They come unseen

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They come unseen

Beitrag von MrSkull » 08.10.2015 11:45

Strategiespiel für 2-5 Spieler ab 12 Jahren von Commander Andy Benford.

Die Spieler müssen zur Zeit des Kalten Krieges auf Seiten der NATO oder der Sowjet Union in den eisigen Meeren der Arktis ihrer Mission nachkommen, die da einhellig lautet "Finden und Zerstören". Unter dem Deckmantel des Schweigens finden diese Kämpfe zwischen den Supermächten statt und es geht beiden nur darum, die andere Seite zu schwächen. Die NATO schickt ihre U-Boote aus und die Sowjet Union sucht diese mit ihren Zerstörern aufzuhalten.


Spielvorbereitung:
Der Hauptspielplan wird in die Tischmitte gelegt, die Tiefensee-Karte (die Hauptkarte in klein) legen sich die NATO-Spieler zurecht.
Die NATO-Spieler erhalten ausserdem dazu den Sichtschirm und noch 2 U-Boote, die 2 passenden Kontrolltafeln, 2 Minenfeld-Marker und 2 Sonar-Folienplättchen. Die beiden U-Boote werden auf ihre Startfelder des Hauptspielplans gestellt.
Die Spieler der Sowjet Union erhalten 2 Zerstörer, 2 Frachtschiffe und 1 Versorgungsschiff sowie die 2 passenden Kontrolltafeln, die Logistikübersicht, 2 Sonar-Folienplättchen und die 2x3 Waffengüter-Marker.
Die Zerstörer werden an den Stationen Delta und Foxtrot positioniert, alle anderen Schiffe und Vorräte an der Station Echo.
In den allgemeinen Vorrat werden neben den Hauptspielplan 2 Datums-Marker, 3 Wetter-Marker, die Schadens- und "Fast-Treffer"-Marker sowie 8 Waffen- und 8 Treibstoff-Marker gelegt. Hinzu kommen noch die Schadensübersichttafeln für U-Boote und Zerstörer und die 6 Stationskarten.
Eine zufällige Stationskarte wird gezogen und anhand ihrer Nummer das Wetter eingestellt (Wettermarker auf die obere Wetterleiste des Hauptspielplans legen; Windstärke und -richtung haben Einfluss auf die Manövrierbarkeit der Schiffe sowie die Technik (Sonar kann unbrauchbar werden)), danach werden alle Karten gemischt und vier hiervon verdeckt an die NATO-Spieler gegeben. Dies sind die Ziele der NATO!

Spielplan:
Auf allen blauen Felder können sich die Schiffe und U-Boote bewegen - auf den dunkelblauen Felder herrscht eine Tiefe von 450 und 650 Fuß, die hellblauen Felder haben eine Tiefe von 250 Fuß - wichtig für die U-Boot- und Schiffskommandanten. So sind die U-Boote effektiver je tiefer das Wasser ist.
Die Schiffe und U-Boote sind genau auf einem Feld positioniert, wenn ihr Mittelteil das Feld ausfüllt.

Stationen:
An jeder Basis können bis zu 3 Schiffe und 1 U-Boot anwesend sein, Vorräte sind unbegrenzt lagerbar. Wenn eine Station jedoch erfolgreich angegriffen wird, sind sämtliche Vorräte zerstört.
Die 6 Stationen haben unterschiedliche Aufgaben und ihre Zerstörung entsprechende Auswirkungen auf die Möglichkeiten der Spieler der Sowjet Union.

"Alfa", "Delta": dienen der Treibstoffproduktion, sollte eine der beiden Stationen zerstört werden, werden alle Treibstoffmarker aus dem Spiel genommen!

"Charlie", "Foxtrott": dienen der Waffenproduktion, sollte eine der beiden Stationen zerstört werden, werden alle Waffenmarker aus dem Spiel genommen!

"Echo": dient in erster Linie der Unterstützung und Nachversorgung, wenn diese Station zerstört wird, können die Treibstoff- und Waffenmarker nicht erneut genutzt werden.

"Bravo": ist das Kontrollzentrum der Spieler der Sowjet Union, ihre Zerstörung bewirkt, dass alle Treibstoff- und Waffen-Vorräte reduziert werden. So sind die Treibstoffcontainer nur noch mit 35 Einheiten befüllt und die Waffencontainer enthalten nur noch 1 Ladung Bomben.


Spielziel:
Die 4 vorgegebenen Ziele zerstören bzw. dies zu verhindern, je nach Spielseite.


Spielablauf:
Die Spieler sind in Teams aufgeteilt und führen ihre Züge abwechselnd durch, die NATO-Spieler beginnen.

NATO:
Die U-Boote können immer jeweils pro Zug eine Bewegung und/oder eine Aktion durchführen.
Eine Bewegung kann bis zu 14 Felder weit führen, jedes Feld verbraucht dabei 1 Einheit der Batterie - dies wird auf der entsprechenden Kontrolltafel festgehalten (die Batterie ist mit 20 Einheiten voll aufgeladen). Die Bewegungsrichtung ist dabei waagerecht, senkrecht und diagonal möglich. Ein U-Boot kann auch an Ort und Stelle verharren, verbraucht dann aber dennoch 1 Einheit der Batterie.
Im flacheren Gewässer (250 Fuß) können die U-Boote maximal 6 Felder weit ziehen.
Die Tiefe kann während eienr Vor- oder Rückwärtsbewegung geändert werden: Periskop-Tiefe, 200/400/600 Fuß.

Um die Batterien wieder aufzuladen, muss das U-Boot immer wieder mal auf Periskop-Tiefe mit Dieselmotoren fahren. 2 Felder auf die Art gefahren, bringen 10 Einheiten Batterieladung zurück.
Sollte ein U-Boot jemals die Batterien komplett leeren, treibt es auf und muss an der Oberfläche für eine komplette Runde verweilen, um dann wieder mit 5 Einheiten fahren zu können.

In einem Zug kann ein U-Boot auch einmalig akustische Minen auslegen, bei einer Tiefe von 250 Fuß. Dazu muss sich das U-Boot genau 6 Felder geradeaus bewegen und legt so quasi die Minen hinter sich aus - der Minenmarker wird dort abgelegt und verbleibt dort das restliche Spiel.
Jeder Zerstörer, der sich über 8 Felder weit bewegt und dabei in die Nähe der Minen gelangt, löst diese durch das Motorengeräusch aus. Frachtschiffe sind lauter und lösen die Minen schon bei einer Bewegung von 6 Feldern aus.
Frachtschiffe werden hier auch komplett zerstört, samt Ladung und Zerstörer stark beschädigt, sie können sich aber in eine Station bewegen und dort (rundenweise) reparieren.

Natürlich können die U-Boote auch Stationen angreifen, ihre eigentliche Hauptaufgabe im Spiel.
Dazu müssen die NATO-Spieler ein U-Boot nur an die Station heranfahren, es taucht dann sogleich auf und entläßt einen Trupp Saboteure, die die Station dann direkt zerstören. Zum Beweis wird die passende Stationskarte aufgedeckt und alle Vorräte und Schiffe an dieser Station werden ebenfalls zerstört und aus dem Spiel genommen.
U-Boote, die an einer Station "ankern" können nicht angegriffen werden.

Sowjet Union:
Die Aufgaben der SU-Spieler sind ebenfalls einfach strukturiert, die Zerstörer gehen auf U-Boot-Jagd und die Frachtschiffe sorgen für eine reibungslose Versorgung zwischen den Stationen, so dass die Zerstörer jederzeit überall anlegen und sich neu beladen (Treibstoff, Bomben) können.

Zerstörer; sie können sich bis zu 18 Felder in jede Richtung bewegen, verbrauchen dabei aber unterschiedlich viel Treibstoff (s. Tabelle).
Während ihrer Bewegung können sie eine Sonar-Suche starten (die Sonarfolien werden an den Zerstörer gelegt und bilden dann einen 7x7 Radius f. d. Suche), um die U-Boote aufzuspüren.
Die NATO-Spieler müssen in diesem Fall dann auf ihrer Tiefensee-Karte nachsehen, ob ein U-Boot entdeckt wurde und dies entsprechend bestätigen. Je nach Wetterbedingungen sind die U-Boote evtl. vor dem Sonar geschützt.

Hat ein Zerstörer ein U-Boot entdeckt, kann dieses angegriffen werden. Dazu lassen sie 3x2 Wasserbomben ab - die Holzmarker werden auf entsprechende Felder gelegt- und geben eine Tiefe vor, die gleich von den NATO-Spielern kontrolliert wird. Wurden die Bomben richtig platziert, wird dies durch eine Trefferbestätigung angegeben. Ein U-Boot ist mit dem 3. Treffer zerstört - es gibt auch "beinahe-Treffer", wenn sich eine Bombe im richtigen Bereich, aber der falschen Tiefe (innert 200 Fuß) befand - und jeder Treffer zuvor beeinträchtigt das U-Boot in seiner Fähigkeit zu tauchen. So kann es dazu kommen, dass ein U-Boot in flachem Wasser auch gerammt werden kann.

Fracht- / Versorgungsschiff; damit die Zerstörer nicht plötzlich auf dem Trockenen sitzen, müssen die SU-Spieler dafür sorgen, dass alle erreichbaren Stationen ihre Zerstörer gut versorgen können, ohne aber dabei zugleich ein zu lohnendes Ziel für die U-Boote zu werden. Daher werden die Frachtschiffe viel hin und herfahren müssen, um für eine gute Ausgewogenheit zu sorgen.
Ein Frachtschiff kann sich bis zu 14 Felder weit bewegen, das Versorgungsschiff bis zu 16.
Das Frachtschiff liefert Vorräte an eine Station, indem es dort anlandet und dann die Container beliebig ent- oder belädt.
Ein Zerstörer muss dann nur an eine Station gelangen und kann sich dann "auffrischen".
Das Versorgungsschiff kann einen Zerstörer auch auf See "beladen" (RAS), indem es genau auf dem Feld neben dem Zerstörer steht.

Je nach Spielweise (Teams, 1 on 1), wechseln sich die Spieler entsprechend ab und folgen oben beschriebenen Muster, bis eine Seite den Sieg davonträgt.


Spielende:
Das Spiel endet, sobald die NATO-Spieler alle 4 Ziele zerstört haben oder die SU-Spieler die beiden U-Boote der NATO entdeckt und versenkt haben, mit der jeweiligen Partei als Gewinner.


Fazit:
"Tcu" ist ein strategischer Brocken, der erst einmal verarbeitet werden will. Dabei hilft die leicht sprunghafte Anleitung leider nicht immer und so muss sich der geneigte Vielspieler schon mühen und evtl. externe Informationen hinzunehmen.
Das Spiel ist auf jeden Fall authentisch gelungen, da es nicht zuletzt auch von einem wahren U-Boot-Kommandanten entworfen und in vielen Seestunden an Bord entwickelt wurde.
Vielleicht liegt hier auch der Hund begraben, Fachleute sind sicherlich angetan und finden sich gleich zurecht, Hardcore-Strategen werden zudem den extra beigelegten Strategie-Leitfaden verschlingen, aber jeder "normale" Vielspieler *G* muss sich wirklich durchkämpfen und dann ist das Spiel natürlich auch entsprechend trocken gestaltet. Dies ist aber nicht wirklich ein negativer Punkt, da es thematisch und zweckdienlich kaum anders zu realisieren war, wenn es realistisch wirken und dem Autor gerecht werden soll.

Nichts desto trotz bleibt zwar ein im Kern gewichtiges und für die Zielgruppe sicherlich gutes Spiel, aber es wird sich in der Masse schwer tun. Inwiefern es Sinn machen würde, das Spiel zu entschlacken oder die Anleitung komplett zu überarbeiten, bleibt abzuwägen, da es zum einen wahrscheinlich die Spielmechanik schädigen würde und zum anderen wohl ein entsprechender externer (teurer?) Autor nötig wäre, um die Texte verständlicher für ein breiteres Publikum zu machen.

Für Fans sicherlich einen Blick wert, kam das Spiel in unseren Testrunden nur sehr schwerfällig in Fahrt und auf den Tisch.




weiterführende Hinweise:
- Verlag: Osprey Games
- BGG-Eintrag: https://boardgamegeek.com/boardgame/177 ... ome-unseen
- HP: https://ospreypublishing.com/they-come-unseen
- Anleitung: englisch
- Material: sprachneutral
- Fotos: HP/?p=13811
- Online-Variante: -

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