„Automobiles“ – Fazit
Review-Fazit zu „Automobiles“, einem taktischen Rennspiel.
/pic2586265.png)
[Infos]
für: 2-5 Spieler
ab: 10 Jahren
ca.-Spielzeit: 45-75min.
Autor: David Short
Illustration: Kali Fitzgerald und Marco Primo
Verlag: Alderac Entertainment Group (AEG)
Anleitung: englisch
Material: englisch
[Download: Anleitung/Übersichten]
engl., span., frz., ital., jap.: https://boardgamegeek.com/boardgame/180680/automobiles/files
engl.: https://www.alderac.com/destination-fun/automobiles/ (s. mittig)
[Fazit]
Automobiles ist ein Rennspiel, das sich elegant zwischen klassischem Racing‑Feeling und strategischem Bag‑Building bewegt. Es stammt aus der „Destination Fun“-Reihe von AEG und nutzt denselben Grundgedanken wie „Trains“ oder „Planes“. Ein vertrautes Genre wird mit einem cleveren Cube‑Building‑System kombiniert. Statt Karten baut man sich hier einen Motor aus farbigen Würfeln zusammen, die den eigenen Rennwagen Runde für Runde schneller, effizienter und flexibler machen sollen. Das Ergebnis ist ein Spiel, das sich überraschend frisch anfühlt und gleichzeitig eine klare, intuitive Struktur besitzt.
Der Kernmechanismus ist schnell erklärt. Jeder Spieler beginnt mit einem identischen Set an Würfeln in seinem Beutel — darunter Gangwürfel, die das Auto bewegen, sowie einige Crew‑Würfel, die grundlegende Aktionen ermöglichen. In jedem Zug zieht man eine Handvoll Würfel, nutzt deren Effekte und legt sie anschließend auf den persönlichen Ablagestapel. Neue Würfel können gekauft werden, indem man die Effekte der gezogenen Würfel nutzt. Genau hier entfaltet sich die strategische Tiefe. Jede Farbe steht für eine bestimmte Art von Aktion — Motorleistung, Handling, Boxencrew, Performance oder Spezialfähigkeiten — und jede Partie verwendet eine Auswahl unterschiedlicher Karten, die bestimmen, welche Effekte die jeweiligen Farben haben. Dadurch bleibt das Spiel hochgradig variabel und lädt zum Experimentieren ein.
Die Rennstrecke selbst ist modular aufgebaut und zeigt verschiedene Fahrbahnbereiche, die unterschiedliche Würfelkosten haben. Höhere Gänge bringen mehr Geschwindigkeit, verursachen aber auch mehr „Verschleiß“ in Form von braunen Würfeln, die später die Hand verstopfen. Dieser Verschleißmechanismus ist regeltechnisch korrekt und zentral für das Balancing. Wer zu aggressiv fährt, zieht irgendwann nur noch braune Würfel und verliert Tempo. Wer zu vorsichtig fährt, bleibt hinter der Konkurrenz zurück. Das Spiel zwingt die Spieler also zu einem ständigen Abwägen zwischen Risiko und Effizienz — ein sehr thematischer Kniff, der das Gefühl eines echten Rennens gut einfängt.
Auch die Boxenstopps sind elegant umgesetzt. Bestimmte Würfel erlauben es, Verschleiß zu entfernen oder das „Deck“ zu optimieren. Ein gut getimter Boxenstopp kann spielentscheidend sein, denn er ermöglicht es, die eigene Würfelmaschine wieder „sauber“ laufen zu lassen. Gleichzeitig kostet ein Stopp wertvolle Zeit auf der Strecke. Diese Entscheidung fühlt sich immer bedeutsam an und sorgt für spannende Wendungen.
Was „Automobiles“ besonders auszeichnet, ist die Mischung aus Zugänglichkeit und taktischer Tiefe. Die Regeln sind klar strukturiert und leicht zu vermitteln, ohne dass das Spiel an Anspruch verliert. Die Effekte der Würfel sind logisch, die Ikonografie ist verständlich, und der Spielfluss bleibt auch bei fünf Spielern angenehm flott. Die offizielle Beschreibung betont, dass alle Spieler mit demselben kleinen Set starten und sich im Laufe des Spiels individuell weiterentwickeln — und genau das spürt man in jeder Partie. Der Aufbau einer effizienten Würfelmaschine ist befriedigend, und das Rennen selbst bleibt so bis zum Schluss spannend.
Materialseitig überzeugt das Spiel mit robusten Würfeln, übersichtlichen Tableaus und einer klar strukturierten Rennstrecke. Die Optik ist funktional, aber nicht spektakulär — hier steht Mechanik über Ästhetik. Die Spielertafeln sind etwas dünn geraten und biegen leicht.
Insgesamt ist „Automobiles“ ein gutes Beispiel dafür, wie man ein Rennspiel mechanisch innovativ gestalten kann, ohne den thematischen Kern zu verlieren. Die Regeln sind sauber, logisch und gut austariert; der Verschleißmechanismus ist thematisch wie spielerisch ein Volltreffer und die enorme Varianz sorgt dafür, dass sich jede Partie frisch anfühlt. Wer Bag‑Building mag oder ein Rennspiel sucht, das mehr bietet als Würfelglück und lineare Bewegung, wird hier zufrieden sein.
[Note lt. Kompetenz-Team]
von
Punkten.
{gespielt von X, Pascal}
[Links]
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/180680/automobiles
HP: https://www.alderac.com/destination-fun/automobiles/
Ausgepackt: https://www.heimspiele.info/?p=14914
[Galerie: 12 Fotos]




