„Next Station: London“ – Fazit
Review-Fazit zu „Next Station: London“, einem strategischen Flip’n’Write.
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[Infos]
für: 1-4 Spieler
ab: 8 Jahren
ca.-Spielzeit: 25-30min.
Autor: Matthew Dunstan
Illustration: Maxime Morin
Verlag: HCM Kinzel
Anleitung: deutsch
Material: sprachneutral
[Download: Anleitung/Übersichten]
engl., frz., dt., port., ukr.: https://boardgamegeek.com/boardgame/353545/next-station-london/files
[Fazit]
„Next Station: London“ ist eines dieser Spiele, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, aber beim Spielen eine erstaunliche Tiefe entfalten. Es gehört zur Kategorie der Flip-and-Write‑Spiele und thematisch schlüpft man in die Rolle von Stadtplanern, die das Londoner U‑Bahnnetz neu gestalten sollen – und genau dieses Thema trägt das Spiel mit einer charmanten Mischung aus Klarheit, Taktik und angenehmer Leichtigkeit.
Der Kernmechanismus ist schnell erklärt. Vier verschiedenfarbige Linien sollen nacheinander auf dem eigenen Plan eingezeichnet werden. Welche Station als Nächstes verbunden werden darf, bestimmen aufgedeckte Karten, die jeweils ein Symbol zeigen. Dadurch entsteht ein spannender Spagat zwischen Planung und Improvisation. Man hat eine grobe Vorstellung davon, welche Symbole im Deck vorkommen, aber nie die Gewissheit, wann sie erscheinen. Genau hier entfaltet das Spiel seinen Reiz. Jede Linie ist ein kleines Puzzle, das sich Zug um Zug verändert und immer wieder neue Entscheidungen erzwingt. Man möchte möglichst viele Bezirke verbinden, wichtige Wahrzeichen anfahren und gleichzeitig die eigene Linie so führen, dass sie sich nicht selbst blockiert. Und wenn man glaubt, eine perfekte Route gefunden zu haben, kommt garantiert eine Karte, die alles über den Haufen wirft^^.
Besonders gelungen ist die Art und Weise, wie das Spiel Komplexität erzeugt, ohne kompliziert zu werden. Die Regeln sind zugänglich, die Züge^^ schnell, und dennoch entsteht ein erstaunlich strategisches Gefühl. Jede Linie beeinflusst die nächste, denn die Farben dürfen sich nicht kreuzen, aber sie dürfen sich an Knotenpunkten berühren. Dadurch wird der Plan im Laufe der Partie immer voller und die Möglichkeiten werden enger. Das sorgt für einen stetigen Spannungsbogen. Anfangs fühlt sich alles offen und frei an, später wird jeder Strich zu einer kleinen Herausforderung. Gleichzeitig bleibt das Spiel angenehm flott und eignet sich hervorragend für mehrere Partien hintereinander – auch weil man sofort das Gefühl hat, es beim nächsten Mal besser machen zu können.
Materialseitig überzeugt die Ausgabe mit stabilen Blöcken, klaren Symbolen und farbigen Stiften, die das Einzeichnen der Linien angenehm machen. – die vier Buntstifte werden rundenweise weitergereicht. Der Plan selbst ist übersichtlich gestaltet, aber dennoch thematisch genug, um das Gefühl einer U‑Bahnkarte zu vermitteln. Die Variabilität ist ebenfalls hoch. Durch unterschiedliche Wertungskarten und die zufällige Reihenfolge der Stationskarten spielt sich jede Partie spürbar anders. Wer möchte, kann sogar die Rückseite des Plans nutzen, die eine anspruchsvollere Variante bietet.
Insgesamt ist „Next Station: London“ ein hervorragendes Beispiel dafür, wie elegant moderne Flip-and-Write‑Spiele sein können. Es kombiniert einfache Regeln mit cleveren Entscheidungen, bietet hohen Wiederspielwert und funktioniert sowohl solo als auch in Gruppen wunderbar. Es ist zugänglich genug für Gelegenheitsspieler, aber gleichzeitig taktisch befriedigend für erfahrene Spieler. Ein Spiel, das man schnell erklärt, gerne mitnimmt und immer wieder auf den Tisch bringt – und das zeigt, wie viel Spaß es machen kann, eine U‑Bahn zu zeichnen.
[Note lt. Kompetenz-Team]
.5 von
Punkten.
{gespielt von Babsi, Roswitha, Pascal}
[Links]
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/353545/next-station-london
HP: https://www.hcm-kinzel.eu/Next-Station-London/55198
Ausgepackt: n/a
[Galerie: 12 Fotos]




