Snowdonia

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Snowdonia

Beitrag von MrSkull » 26.10.2015 23:22

Workerplacementspiel für 1-5 Spieler ab 10 Jahren von Tony Boydell.

Im Jahre 1894 helfen die Spieler beim Bau einer Eisenbahnstrecke zum höchsten Berg in Wales.
Dabei setzen sie ihre Arbeiter und Loks ein, um Geröll weg- und Baumaterialien hochzuschaffen und heimsen ertragreiche Aufträge ein. Wenn das letzte Gleis schliesslich gelegt wurde, wird sich zeigen, wer am effektivsten mitgeholfen hat.


Spielvorbereitung:
Der Spielplan kommt in die Tischmitte und um diesen herum werden die (gelben) Stationskarten (je nach Mitspielerzahl bzw. Spielvariante kommen evtl. Karten aus dem Spiel bzw. werden die Karten mit ihrer blauen Rückseite ausgelegt) in aufsteigender Folge abgelegt, beginnend unten links von "Llanberis", mit "Llanberis" bis "Yr Wyddfa". Zwischen den Stationskarten sollte genug Platz für die Gleiskarten gelassen werden.
Die Gleiskarten werden gut gemischt und dann immer soviele zwischen die Stationskarten zufällig abgelegt, wie auf der jeweiligen Stationskarte links oben - mit dem Pfeil nach links - vermerkt ist (Bsp. "Two Viaducts" zeigt eine "2" neben dem Pfeil, somit werden links dieser Station zwei Gleiskarten abgelegt, d.h. hier auch, dass links unten am Spielplan erst 2 Gleiskarten platziert werden und dann erst die erste Stationskarte).
Hiernach werden auf die Gleis- und Stationskarten soviele Geröllmarker (braune Holzwürfel) abgelegt, wie dort Schaufeln abgebildet sind - bei den Stationskarten direkt auf das Baustellenfeld.
Auf die Aktionsfelder A-G am oberen Spielplanrand werden je nach Spielerzahl evtl. noch spezielle Aktionskarten ausgelegt, ansonsten werden die Vordrucke benutzt.
Auf die beiden Arbeitstempo-Leisten wird jeweils auf das zweite Feld eine schwarze Markerscheibe gelegt - weitere Scheiben kommen erst später ins Spiel.
Die Auftragskarten werden gemischt (im Solitärspiel oder zu Zweit werden die Karten 28+29 zuvor entfernt) und als verdeckter Nachziehstapel auf das korrespondierende Feld abgelegt. Die obersten drei Karten werden noch verdeckt auf die drei zugehörigen Felder darunter gelegt.
Um das aktuelle Wetter zu bestimmen, wird nun noch die passende Marker-Scheibe, die auf der mittleren dieser drei Karten zu sehen ist, auf das mittlere Sonnenfeld oberhalb abgelegt. Ebenso wird die passende Markerscheibe der rechten der drei Auftragskarten auf das rechte Sonnenfeld gelegt. Jetzt werden die drei Karten aufgedeckt.
Nun werden noch die Lok-Karten unterhalb des Spielplans abgelegt. Bei 2-5 Spielern werden alle Karten gemischt und sechs hiervon offen ausgelegt - die übrige Karte kommt aus dem Spiel. Danach werden auf die Lok-Karten noch soviele Kohlen (schwarze Holzwürfel) gelegt, wie auf diesen (unten rechts) angegeben ist.
Abschliessend werden noch 7 Eisen-, 4 Stein- und 1 Kohle-Marker auf die Vorratsfelder in der Spielplanmitte abgelegt und entsprechend der Spielerzahl noch 4-33 der jeweiligen Ressourcen in den Beutel gepackt (s. Tabelle), die Übrigen dieser Ressourcenmarker kommen aus dem Spiel.
Die Holzmarker kommen komplett als allgemeiner Vorrat zur Seite.

Die Spieler erhalten in ihrer Wunschfarbe 4 Spielfiguren und 16 Besitzmarker. Eine ihrer Figuren stellen sie als Vermesser auf "Llanberis" ab und eine Figur in den Pub, die anderen beiden verbleiben als Arbeiter im eigenen Vorrat. Der zufällig bestimmte Startspieler erhält noch die schwarze Startspielerlok.


Spielziel:
Die meisten Siegpunkte zu erhalten!


Spielablauf:
Den Spielern durchlaufen über die Runden folgende Aktionsphasen:

1) Arbeiter einsetzen
Beginnend beim Startspieler setzen die Spieler reihum einen Arbeiter aus ihrem Vorrat auf eines der Aktionsfelder, bis alle Spieler nacheinander alle Figuren platziert haben.
Wer über eine Lok verfügt, kann sich vorher entscheiden, für die entsprechende Abgabe von 1-2 Kohle, den Arbeiter aus dem Pub für diese Runde mit zu nehmen.
Platzierte Arbeiter müssen in der nächsten Phase die jeweils gewählte Aktion auch durchführen und können diese nicht übergehen! Ein Spieler kann auch mehrere Arbeiter auf dem selben Aktionsfeld platzieren, die Aktion wird dann mehrmals in entsprechender Reihenfolge durchgeführt.

2) Aktionen durchführen
Die Aktionsfelder A-G bieten allesamt unterschiedliche Funktionen für die Spieler und jeweils 2-4 Felder zum Abstellen der Arbeiterfiguren. Die Aktionen werden Von A-G nacheinander ausgeführt und dort jeweils in der Reihenfolge Feld 1-4 der platzierten Arbeiter.

A) Lagerplatz
Der Spieler nimmt sich bis zu 3 Ressourcenwürfel aus dem Lagerplatz (die drei Ressourcen-Felder in der Planmitte) und legt sie in den eigenen Vorrat - dabei darf aber immer nur 1(!) Kohle-Würfel genommen werden, sofern vorhanden!
Ist dieses Aktionsfeld voll besetzt gewesen, erhält der Spieler des Arbeiters auf dem letzten Feld zusätzlich den Startspielermarker, ansonsten verbleibt dieser beim aktuellen Startspieler.

B) Räumarbeit
Das aktuelle Arbeitstempo (1-4) bestimmt, wieviel Geröll weggeschafft werden kann. Evtl. kommen hier Boni durch Lok- oder Auftragskarten hinzu.
Der aktuelle Arbeiter nimmt dann entsprechend viele Geröllmarker von der Gleiskarte weg (sofern vorhanden, sonst "nur" den Rest) und erst, wenn alle Gleiskarten vor einer Station leergeräumt sind, kann auch Geröll von einer Stationskarte geräumt werden! Die Geröllmarker legt der Spieler in den eigenen Vorrat.
Zu beachten bleibt, dass die Räumarbeiten von "unten nach oben" zu verlaufen haben, d.h. vom Tal zum Berg hoch, also von den Karten links ausgehend! Erst wenn eine Karte leergeräumt ist, kommt die Nächste dran, niemals eine beliebige Karte an anderer Stelle.

Bei einer Stationskarte wird das Geröll entsprechend der Feldreihenfolge abgeräumt und derjenige Spieler, der das letzte Geröll von einer Station entfernt, stellt dort einen Besitzmarker auf die Baustelle, welcher ihm am Spielende Siegpunkte einbringt.

Wird das letzte Geröllstück von der letzten Karte weggeräumt, kommt die zu Spielanfang herausgenommene Lok-Karte mit ihrer Rückseite wieder ins Spiel, denn diese wird nun so auf das Aktionsfeld "B" gelegt und bietet ab der nächsten Runde ein weiteres "Baufeld", anstatt den "Räumarbeiten", da diese ja nun nicht mehr nötig sind.

C) Werkstatt
Ein hier platzierter Arbeiter kann bis zu dreimal Material bearbeiten. Aus 3 Eisen wird 1 Stahl (aus dem allgemeinen Vorrat) und/oder aus 2 Geröll wird 1 Stein (aus dem Stoffbeutel, sofern noch vorhanden - nicht vorher nachgucken!). Eisen kommt hiernach in den Stoffbeutel, das Geröll aus dem Spiel.

D) Gleise legen
Entsprechend dem aktuellen Arbeitstempo, plus evtl. Boni durch Lok-Karten oder Auftragskarten, können X Gleise gebaut werden. Dazu legt der Spieler die gleiche Anzahl Stahlträger zurück in den Vorrat, dreht die Gleiskarten um und legt einen seiner Besitz-Marker auf die Karte - Voraussetzung ist natürlich, dass die Gleiskarte zuvor vom Geröll befreit wurde.

E) Bauen
Sobald eine Station erreichbar ist - d.h. alle Gleiskarten, die zu ihr hinführen sind (vom Geröll befreit und) gebaut -, können die auf der Karte dargestellten Bauvorhaben umgesetzt werden.
Das auf der Stationskarten liegende Geröll, steht für die vorbeiführenden Gleise und hindert nicht am Bau in der Station.
Der Spieler legt nun auf einen freien Bauplatz einen seiner Besitzmarker, wenn er die dort abgebildeten Kosten bezahlt (Stahl kommt dabei in den allgem. Vorrat und Steine in den Stoffbeutel) und hat damit das entsprechende Bauvorhaben durchgeführt.

Alternativ hierzu, kann auch eine Lok gekauft werden, sobald das Ereignis "Lok jetzt verfügbar" eingetreten ist. Der Spieler zahlt die entsprechende Menge Stahl in den Vorrat und nimmt sich eine Lok.
Dabei darf jeder immer nur eine Lok besitzen, diese kann aber jederzeit zurückgegeben werden - die Karte wird dann wieder abgelegt und erneut mit Kohle bestückt, sofern möglich.
Als Beispiel für eine schicke Lok sei hier die "No. 4 Snowdon" genannt, die dem Besitzer bei Spielende 9 Siegpunkte einbringt.

F) Baubüro
Der Spieler nimmt sich eine der drei offenen Auftragskarten und legt sie vor sich ab (nutzt er diese, wird sie seitlich gedreht).
Die Auftragskarten sind recht vielfältig, so gibt es z.B. den "Gleisbonus", der Spieler legt hierbei die Besitzmarker von X Gleiskarten auf diesen Auftrag, um am Spielende die hier angegebene Punktzahl zu erhalten.

G) Vermesser bewegen
Der Spieler bewegt seinen "Vermesser" eine Station weiter den Berg hinauf, egal, ob noch irgendwo Geröll liegt!

3) Auftragskarten auffüllen
Liegt eine Auftragskarte auf Position 1, wird sie verdeckt auf den Ablagestapel gelegt, alle anderen Karten rücken auf. Auf freie Felder werden neue Karten vom Nachziehstapel gelegt.

4) Wettervorhersage aktualisieren
Die Wetterscheiben werden ein Feld nach links verschoben, dabei zeigt die Scheibe ganz links das aktuelle Wetter - und damit auch das aktuelle Arbeitstempo, die Marker auf der zugehörigen Leiste werden entsprechend angepasst* - und die oberste Karte des verdeckten Auftragskartenstapels bestimmt die Farbe der Wetterscheibe, die nun ganz rechts hingelegt wird.

*Sonne = Räumarbeiten: Marker 2 Felder nach rechts; Gleise legen: 1 Feld nach rechts
Regen = Räumarbeiten: Marker 1 Feld nach links; Gleise legen: 1 Feld nach links
Nebel = Räumarbeiten: die Marker bleiben liegen, wo sie sind, allerdings werden auf die Aktionsfelder "B" und "D" Nebelmarker gelegt, da diese in der kommenden Runde nun nicht zur Verfügung stehen

Nach den Anpassungen, wird die ganz linke Wetterscheibe in den Vorrat zurückgelegt.

5) Lagerplatz auffüllen
Am Ende der Runde, werden entsprechend der Spielerzahl X Ressourcenwürfel aus dem Stoffbeutel gezogen und auf den Lagerplatz des Spielplans gelegt. Sind darunter weiße Würfel, werden sie auf die nächsten freien Felder der Ereignisleiste gelegt - Ereignisse werden sofort ausgeführt!

Bei den eintreffenden Ereignissen 4, 7 und 10 werden anschliessend wieder drei Ereigniswürfel in den Stoffbeutel zurückgelegt.
Es gibt dabei verschieden hilfreiche Ereignisse, wie z.B. "Fremdfirmen räumen Geröll", hier werden sofort alle Geröllwürfeln von sovielen Gleis- und Stationskarten entfernt, wie das aktuelle Arbeitstempo vorgibt.


Spielende:
Das Spiel endet in der Runde, in der auf die letzte Gleiskarte (neben der Station "Yr Wyddfa") Gleise gelegt wurden.

In der Schlusswertung erhalten die Spieler Punkte für ihre Besitzmarker und zählen hierfür die auf den Gleis- und Stationskarten angegebenen Siegpunkte zusammen. Darüber hinaus gibt es Punkte durch evtl. erfüllte Auftragskarten und für den Besitzer der Lok "Snowdon". Der Vermesser bringt den Spieler noch die Punkte ein, die auf der Stationskarte oben rechts angegeben sind, auf der dieser steht.
Der Spieler mit der höchsten Siegpunktzahl gewinnt.


Varianten:
Solitärspiel; das Solo-Spiel besteht aus 7 Partien, bei denen der Spieler jedesmal eine andere Lok zu Spielbeginn wählt. Beim Aufbau wird der Lagerplatz mit 6 zufällig gezogenen Ressourcenwürfel aus dem Stoffbeutel belegt. Bei der Wettervorhersage werden immer alle nicht genommenen Auftragskarten auf den Ablagestapel gelegt und drei Neue ausgelegt. Das Spiel endet frühzeitig, wenn der Spieler alle 16 Besitzmarker gelegt hat, bevor das letzte Gleis gelegt wurde.


Fazit:
"Snowdonia" ist ein gut austariertes und schönes Workerplacementspiel mit viel taktischem Tiefgang. Es bietet sich daher vor allem Vielspielern an und weniger dem breiteren Familienspielpublikum.

Die Regeln und der Spielaufbau wollen die erste Partie in Ruhe angegangen werden, bieten dem geübten Spieler dann dafür aber im weiteren Verlauf ein angenehmes Spielgefühl.
Die Testrunden konnten nach einiger Spielerfahrung deutlich spürbar ein ausbalanciertes Spielsystem erkennen, das vielfältige Vorgehensweisen ermöglicht, aber keine "UBER"-Taktik bietet.

Der Wettlauf den Berg hinauf und damit der Wettstreit zwischen den Spielern um z.B. lohnende Räumarbeiten, sorgt natürlich für einen gewissen Grad an Interaktion, eine direkte Konfrontation bleibt aber aus.
Dennoch kommt keine gruppierte Langeweile auf, da die Aktionen immer reihum ausgeführt werden.

Das reichhaltige Spielmaterial ist von einer wertigen Produktion und wurde spielthematisch entsprechend gestaltet.

Die Spielrunden verliefen allesamt sehr unterhaltsam und kurzweilig und nur anfänglich mit o.g. dezentem Stocken hie und da.

Dem Spiel muss, abschliessend beurteilt, unbedingt eine gute Empfehlung ausgesprochen werden, denn einmal (richtig) gespielt, kommt es immer wieder auf den Tisch und mit den erhältlichen (kleineren) Erweiterungen wird auch für nochmal soviel Spielunterhaltung gesorgt.



weiterführende Hinweise:
- Verlag: Lookout Spiele
- BGG-Eintrag: https://www.boardgamegeek.com/boardgame ... /snowdonia
- HP: http://lookout-spiele.de/spiele/snowdonia/
- Anleitung: deutsch
- Material: deutsch
- Fotos: HP/?p=14771
- Online-Variante: -

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