„Dale of Merchants Collection“ – Fazit
Review-Fazit zu „Dale of Merchants Collection“, einem tierisch niedlichen, taktischen Deckbauspiel.
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[Infos]
für: 2-4 Spieler
ab: 10 Jahren
ca.-Spielzeit: 20-60min.
Autor: Sami Laakso
Illustration: Sami Laakso
Verlag: Snowdale Design
Anleitung: englisch
Material: englisch
[Download: Anleitung/Übersichten]
engl.: https://boardgamegeek.com/boardgame/251551/dale-of-merchants-collection/files
engl.: https://snowdaledesign.fi/boardgames/dale-of-merchants-collection/ (s. u.)
[Fazit]
Dale of Merchants Collection ist eine dieser seltenen Veröffentlichungen, die nicht nur ein Spiel sind, sondern ein ganzes Universum bündeln – ein liebevoll gestaltetes Sammelwerk, das Mechanik, Thema und Präsentation zu einem wunderbar eigenständigen Erlebnis verwebt. Snowdale Design hat hier nicht einfach eine „Big Box“ produziert, sondern ein Herzstück für Fans der Reihe und ein perfektes Einstiegsportal für alle, die das Dale‑of‑Merchants‑Gefühl zum ersten Mal erleben.
Im „Dale of Merchants Universum“ wetteifern Tiervölker aus aller Welt darum, die prestigeträchtigste Händlerkarriere aufzubauen. Jede Tierart bringt ihre eigene Persönlichkeit, Spielweise und Mechanik mit – von chaotischen Ozelots über planende Biber bis hin zu trickreichen Tasmanischen Teufeln. Die „Collection“ vereint viele Sets, erweitert sie um neue Völker, Charakterkarten, Fallen, Teamregeln und eine riesige Menge an modularem Material.
Die thematische Einbettung ist überraschend reichhaltig. Die Händler treffen sich zur „Greatest Exhibition in the World“, einer Art Weltausstellung, bei der die cleverste, kreativste und gewiefteste Person zum „Director of the Exhibition“ gekürt wird. Die Anleitung beschreibt diese Welt mit charmanten Texten – etwa:
„Numerous eccentric and colourful characters from around the world are gathering in Pekhines…“
Im Kern ist Dale of Merchants ein Deckbau‑Spiel, aber eines, das sich bewusst von Dominion & Co. absetzt. Hier geht es nicht darum ein immer stärkeres Deck aufzubauen, sondern darum, es gezielt auszudünnen, um die richtigen Karten zur richtigen Zeit zu haben. Denn das Ziel ist nicht der Punktesieg – sondern das Bauen eines Händlerstands aus acht (in der „Collection“ optional zehn) aufsteigenden Kartenstapeln.
Jede Runde besteht aus zwei Phasen. In der Aktionsphase wählt man genau eine Aktion aus vier Möglichkeiten. Mit der „Marktaktion“ kauft man Karten, indem die Kartenwerte aus der Hand bezahlt werden. Die Anleitung betont: „You may overpay, but all cards you use for the purchase must be necessary!“
Die „Technikaktion“ erlaubt das Ausspielen einer Technikkarte und ihren Effekt zu nutzen – oft mit Bonusaktionen, die Kettenzüge ermöglichen. Bei der „Stallaktion“ kombiniert man Karten eines Tierdecks so, dass sie exakt den Wert des nächsten Stapels ergeben. Und mit der „Inventaraktion“ kann man beliebig viele Karten abwerfen, um die Hand zu optimieren.
Die Aufräumphase füllt die Kartenhand wieder auf fünf auf. Im „Markt“ werden Lücken verschoben und neue Karte gezogen.
Wer zuerst den achten Stapel baut, gewinnt sofort.
„DoM“ ist ein Spiel über Timing, Handmanagement und Mut zur Lücke. Man will oft starke Karten kaufen – aber jede Karte, die gekauft wird, ist eine Karte, die später vielleicht nicht in einen Stapel gelegt werden kann. Viele Techniken wollen gespielt werden, aber jede Technik kostet Zeit. Und das eigene Deck zu optimieren, kann sich aufwendig gestalten, denn jede Runde ist kostbar.
Die „Collection“ verstärkt dieses Gefühl, indem sie über 20 Tierdecks zur Verfügung stellt, die sich völlig unterschiedlich spielen.
Zum Beispiel: „Snappy Scarlet Macaws“: Handmanagement und Opportunismus, „Thieving Northern Raccoons“: Gemeine Interaktion, „Systematic Eurasian Beavers“: Langfristige Pläne und verzögerte Effekte, „Friendly Fennec Foxes“: „Hilfreiche“ Manipulation anderer Spieler, „Fickle Giant Pangolins“: Chaos pur, „Vigorous Emperor Penguins“: Mächtige Effekte mit hohen Kosten.
Jedes Deck hat eine eigene Identität, die sich mechanisch wie thematisch spürbar zeigt. Und die neuen Module der Collection bietet ferner „Charakterkarten“, die jedem Spieler eine asymmetrische Fähigkeit verleihen – von subtil bis völlig spielverändernd. Die Anleitung beschreibt sie als „unique powers that drastically influence the game“, aber sie bringen „nur“^^ frischen Wind hinein, ohne das Grundspiel zu überladen.
Dann gibt es nun auch „Fallenkarten“. Ein optionales Modul für mehr Interaktion. Fallen werden in die Decks gemischt und lösen Effekte aus, sobald sie in die Hand eines anderen Spielers gelangen.
„A trap card can be played on another player’s discard pile and will trigger an effect when placed into the hand of a player that is not its owner.“. Das sorgt für überraschende Momente und kleine Gemeinheiten.
Und es gibt Teamregeln für 4 Spieler. Zwei‑gegen‑zwei, mit gemeinsamem Händlerstand – clever, kommunikativ und überraschend taktisch. „Players in the same team share a merchant stall. The team that first builds their 10th stack wins.“.
Die Box ist damit nicht nur ein Sammlerobjekt, sondern ein Werkzeugkasten. Man kann leichte, friedliche Decks wählen oder chaotische, interaktive Decks mischen. Komplexe, planungsintensive Decks lassen sich kombinieren und eben auch
Charaktere hinzufügen und Fallen einbauen sowie im Team spielen. Das Spiel passt sich der Gruppe an, nicht umgekehrt. Und das Beste, trotz der Vielfalt bleibt „DoM“ übersichtlich, schnell und zugänglich. Eine Partie dauert selten länger als 30–45 Minuten und selbst mit neuen Decks ist man schnell drin.
„Dale of Merchants Collection“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie man ein bestehendes System erweitert, ohne es zu überfrachten. Es ist charmant, modular, taktisch und voller Persönlichkeit. Jede Partie erzählt eine kleine Geschichte – von listigen Waschbären, chaotischen Pangolins, ehrgeizigen Pinguinen und all den anderen Tierhändlern, die um Ruhm und Ehre feilschen.
Für Fans der Reihe ist es ein Must‑Have und für Neueinsteiger ist es der perfekte Einstieg. Für Sammler ist es sowieso ein Schmuckstück. Und für Spieler, die Deckbau-Spiele mögen, aber mal etwas anderes wollen, ist es ein kleines Juwel.
[Note lt. Kompetenz-Team]
von
Punkten.
{gespielt von X, Pascal}
[Links]
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/251551/dale-of-merchants-collection
HP: https://snowdaledesign.fi/boardgames/dale-of-merchants-collection/
Ausgepackt: n/a
[Galerie: 14 Fotos]




