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„Cosmic Colonies“ – Fazit

Review-Fazit zu „Cosmic Colonies“, einem taktischen Legespiel.

[Infos]
für: 1-5 Spieler
ab: 10 Jahren
ca.-Spielzeit: 30-45min.
Autor: Scott Almes
Illustration: Matt Bain und Tristam Rossin
Verlag: Floodgate Games
Anleitung: englisch
Material: englisch

[Download: Anleitung/Übersichten]
engl., frz., jap., russ.: https://boardgamegeek.com/boardgame/283095/cosmic-colonies/files
engl.: https://media.floodgate.games/rule-books/Cosmic-Colonies-Rule-Book.pdf

[Fazit]
Auf den ersten Blick wirkt „CC“ wie ein charmantes Puzzle – nur um sich dann als überraschend cleveres, dynamisches und wunderbar verzahntes Weltraumabenteuer zu entpuppen. Das vertraute Gefühl eines Tetris‑artigen Plättchenpuzzles, wird in die Umlaufbahn geworfen und mit einem Worker‑Drafting‑System kombiniert, das jede Runde zu einem kleinen taktischen Kräftemessen macht. Heraus kommt ein Spiel, das leicht zugänglich wirkt, aber mit jeder Partie neue Nuancen offenbart.

Schon das Thema macht Laune. Wir kolonisieren Asteroiden, bauen Habitate, Gewächshäuser, Kraftwerke und Atmosphärengeneratoren – alles in Form von Polyominos, die sich wie kleine Raumstationen in die Landschaft schmiegen. Die Anleitung beschreibt es schön: „Asteroids blast through the cosmos, each one packed with possibilities.“ Genau dieses Gefühl transportiert das Spiel auf den Tisch.

Jede der acht Runden besteht aus zwei Phasen: Aktionen und Aufräumen. Der Clou liegt in den Arbeiterkarten, die gleichzeitig ausgespielt und dann in Reihenfolge ihrer Priorität abgehandelt werden. Jeder Arbeiter hat eine Tragkraft (für Ressourcen) und eine Fähigkeit, die das Sammeln oder Bauen modifiziert. Und dann kommt der Twist, nach jeder Runde wandern die gespielten Worker zum linken Nachbarn weiter. Was du also heute clever einsetzt, landet morgen in einer anderen Kolonie – und umgekehrt. Dieses „Orbiting“ sorgt für eine herrlich lebendige Dynamik, bei der man ständig abwägt, spiele ich jetzt meinen starken Arbeiter – oder gönne ich meinem Nachbarn lieber nicht diese Fähigkeit?

Die Aktionen selbst sind schnell erklärt. Entweder Ressourcen sammeln oder ein Gebäude bauen. Ressourcen liegen auf einem zentralen Spielplan und werden jede Runde wieder aufgefüllt. Gebäude wiederum kosten unterschiedlich viel und müssen auf dem eigenen Asteroiden platziert werden – natürlich nach klassischen Polyomino-Regeln: angrenzend, nicht diagonal, nicht überlappend, innerhalb des Rasters. Das Puzzle wächst, Lücken werden zur Qual, und plötzlich wird jeder Zug zu einer kleinen strategischen Entscheidung.

Die Wertung am Ende belohnt Sets aus fünf verschiedenen Hauptgebäuden, passende Gebäude zu einem geheimen Ziel sowie möglichst wenige freie Felder. Wer sauber puzzelt und clever plant, lässt seine Kolonie am hellsten strahlen.

„CC“ lässt sich gut als „Tetris in Space“ bezeichnen. Doch das Spiel ist mehr als ein reines Legespiel. Die Arbeiter-Mechanik sorgt für Interaktion, Timing und ein ständiges Mitdenken. Das Spiel bleibt dabei durchgehend zugänglich, ohne an Tiefe zu verlieren. Es spielt sich flott, ist aber nie banal. Jede Partie fühlt sich ein bisschen anders an, weil die Arbeiterkarten-Kombinationen variieren und die Gebäudeauslage ständig neue Prioritäten setzt.

Die Mini-Erweiterung „Monumental Achievement“ fügt dem Spiel weiterhin mehr Varianz, mehr Ziele und mehr taktische Würze hinzu. Sie bringt neue Monument-Plättchen ins Spiel, die besondere Boni oder zusätzliche Wertungsmöglichkeiten eröffnen. Diese Monumente sind nicht einfach nur weitere Polyominos – sie verändern die Art, wie man seine Kolonie plant. Plötzlich entstehen neue Puzzle-Herausforderungen, neue Wege zu punkten und neue Timing-Fragen: Wann baue ich das Monument? Welche Ressourcen investiere ich? Wie beeinflusst es meine Set-Wertung?
Die Erweiterung bleibt dabei angenehm modular. Sie überfrachtet das Spiel nicht, sondern erweitert es organisch. Wer „CC“ bereits mag, bekommt hier genau die richtige Dosis „mehr davon“.

„Cosmic Colonies“ ist ein Spiel, das sich leicht erklärt, schnell spielt und dennoch eine überraschende taktische Tiefe entfaltet. Das Zusammenspiel aus Worker-Drafting, Ressourcenmanagement und Polyomino-Puzzle erzeugt einen Flow, der sowohl Gelegenheitsspieler als auch Vielspieler abholt. „Die Monumental Achievement“ Expansion rundet das Erlebnis ab, ohne es zu überladen.
Es ist ein Spiel, das man nach der ersten Partie sofort noch einmal spielen möchte – weil man diesmal diesen einen Arbeiter^^ anders einsetzen will, jenes Gebäude früher bauen möchte oder diese Lücke unbedingt vermeiden muss. Ein kosmisches Puzzle, das immer wieder aufs Neue begeistert.

[Note lt. Kompetenz-Team]
5 von 6 Punkten.
{gespielt von X, Pascal}

[Links]
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/283095/cosmic-colonies
HP: n/a
Ausgepackt: n/a

[Galerie: 20 Fotos]

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