„Chomp: Flugsaurier und Aasfresser“ – Fazit
Review-Fazit zu „Chomp: Flugsaurier und Aasfresser“, einer Erweiterung zu „Chomp„.

[Infos]
für: 1-4 Spieler
ab: 8 Jahren
ca.-Spielzeit: 20min.
Autor: Clarence Simpson
Illustration: Anca Gavril und Daniel Profiri
Verlag: Ostia Spiele
Anleitung: deutsch
Material: sprachneutral
[Download: Anleitung/Übersichten]
dt.: https://www.ostia-spiele.de/games_chomp.htm (s. u.)
[Fazit]
Mit dieser Erweiterung öffnet „Chomp“ seine Urzeitwelt noch ein Stück weiter und lässt zwei neue Fraktionen auf die ohnehin schon hungrige Dino-Gesellschaft los: elegante Flugsaurier, die über dem Geschehen kreisen und zähe Aasfresser, die sich dort sattmachen, wo andere nur noch Knochen sehen. Das Ergebnis ist eine Erweiterung, die das Grundspiel nicht einfach nur mit „mehr“ erweitert, sondern seine Ökologie spürbar verändert.
Die neuen Regeln greifen dabei erstaunlich organisch in das bekannte System ein. Die Flugsaurier bringen eine völlig neue Art von Bewegung ins Spiel. Sie schweben gewissermaßen über den klassischen Fressketten und können sich flexibler positionieren, was ihnen erlaubt, Beute zu schlagen, die für bodengebundene Dinos unerreichbar wäre. Gleichzeitig sind sie aber empfindlicher gegenüber bestimmten Ereignissen und müssen clever eingesetzt werden, um nicht selbst zum Opfer zu werden. Ihr Spielgefühl ist dynamisch, fast tänzelnd — ein schönes Gegengewicht zu den eher direkten Fressduellen des Grundspiels.
Die Aasfresser wiederum sind das genaue Gegenteil. Sie sind keine Jäger, sondern Opportunisten. Ihr Regelmodul führt Kadaver als neue Ressource ein, die entsteht, wenn ein Dino gefressen wurde oder ein Ereignis zuschlägt. Diese Kadaver können von Aasfressern genutzt werden, um Punkte zu generieren oder bestimmte Fähigkeiten auszulösen. Dadurch entsteht ein subtiler, aber spannender Nebenschauplatz. Man beginnt plötzlich, das Chaos auf dem Tisch nicht nur zu überleben, sondern aktiv zu beobachten und zu nutzen. Aasfresser profitieren davon, wenn andere Spieler sich gegenseitig dezimieren — und das sorgt für ein wunderbar fieses, leicht schadenfrohes Element.
Besonders gelungen ist, wie beide Module das Timing im Spiel verändern. Flugsaurier beschleunigen bestimmte Situationen, weil sie schneller Zugriff auf Nahrung haben, während Aasfresser das Spiel eher „verdichten“, indem sie aus jeder Katastrophe noch einen Vorteil ziehen. Zusammen erzeugen sie ein Ökosystem, das lebendiger wirkt als zuvor; mehr Wechselwirkungen, mehr kleine taktische Entscheidungen.
Unterm Strich ist „Flugsaurier und Aasfresser“ eine Erweiterung, die „Chomp“ nicht überlädt, sondern erweitert wie ein guter Naturdoku-Zusatz. Man sieht plötzlich Zusammenhänge, die vorher nicht da waren und entdeckt neue Wege, die eigenen Dinos durch die prähistorische Fresshölle zu manövrieren. Wer das Grundspiel mag, bekommt hier nicht nur neue Karten, sondern neue Perspektiven — im wahrsten Sinne des Wortes.
[Note lt. Kompetenz-Team]
.5 von
Punkten.
{gespielt von X, Pascal}
[Links]
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgameexpansion/400009/chomp-flyers-and-scavengers
HP: https://www.ostia-spiele.de/games_chomp.htm (s. u.)
Ausgepackt: n/a
[Galerie: 3 Fotos]




