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„Snorkeling“ – Fazit

Review-Fazit zu „Snorkeling“, einem Karten-Ärgerspiel.

[Infos]
für: 2-6 Spieler
ab: 8 Jahren
ca.-Spielzeit: 15min.
Autor: Ludovic Lepine
Illustration: Justine Vanhuffel
Verlag: Haumea Games
Anleitung: englisch
Material: sprachneutral

[Download: Anleitung/Übersichten]
engl., frz.: https://www.haumeagames.com/products/snorkeling (s.u.)

[Fazit]
Ein kleines, flinkes Ärgerspiel, das sich anfühlt wie ein farbenfroher Tauchgang – nur dass die anderen Spieler alles daransetzen, dich so schnell wie möglich wieder an die Oberfläche zu schubsen. Hinter der leichten Optik steckt ein überraschend taktisches Kartenablage-Spiel, bei dem Timing, Farbenmanagement und ein bisschen Gemeinheit über Sieg oder Sinkflug entscheiden.

Das Spiel beginnt mit einer simplen, aber cleveren Ausgangslage. Jeder hat eine offene Laternenfisch-Karte mit Wert 5 vor sich liegen – das ist die persönliche „Tauchtiefe“. Dazu kommen fünf Handkarten aus einem Deck, das aus fünf Farben mit den Werten 0 bis 4 besteht. In der Tischmitte liegt ein offener Ablagestapel, der den aktuellen „Flow“ vorgibt.

Im eigenen Zug gibt es zwei Möglichkeiten, entweder nichts tun oder eine Serie von Karten in die Mitte spielen. Diese Serie folgt zwei einfachen Regeln, die aber erstaunlich viel Spielraum öffnen. Entweder man legt eine Karte mit exakt +1 Wert auf die aktuelle Karte – wobei nach der 4 wieder die 0 folgt – oder man spielt beliebig viele Karten derselben Farbe wie die oberste Karte, unabhängig vom Wert. Dadurch entstehen kleine Kombos, die man geschickt vorbereitet oder spontan nutzt, wenn die Farbe passt.

Sobald man Karten in die Mitte gelegt hat, öffnet sich der eigentlich fiese Teil des Spiels. Man darf genau eine Karte auf den persönlichen Stapel eines beliebigen Mitspielers legen – vorausgesetzt, sie ist genau 1 niedriger als dessen oberste Karte. So drückt man andere Taucher Stück für Stück Richtung Strand. Wer irgendwann eine 0 („Beach“) vor sich liegen hat, beendet sofort die Runde und taucht auf – und genau das will man vermeiden.

Am Ende einer Runde zählt nur der Wert der obersten Karte im eigenen Stapel. Diese Punkte sammelt man über mehrere Runden, bis jemand 12 Punkte erreicht. Wer also konstant tief bleibt, gewinnt.

Die Experten-Variante dreht das Ganze noch weiter auf. Hier darf man beide Ablageregeln kombinieren und beliebig viele +1-Karten hintereinander spielen. Das macht Züge explosiver, riskanter und deutlich interaktiver – perfekt für Gruppen, die das Grundspiel bereits verinnerlicht haben.

„Snorkeling“ lebt von seinem flotten Spielfluss, den kleinen Gemeinheiten und dem ständigen Abwägen. Spiele man jetzt eine lange Kombokette, riskiert aber, anderen perfekte Angriffsmöglichkeiten zu eröffnen? Oder hält man Karten zurück, um später gezielt jemanden an die Oberfläche zu drücken? Die Regeln sind schnell erklärt, aber die Dynamik entwickelt sich überraschend spannend – ein typisches „Nur noch eine Runde“-Spiel, das in jeder Besetzung funktioniert und besonders dann glänzt, wenn alle bereit sind, sich gegenseitig ein bisschen zu ärgern. Einzig die Anleitung ist etwas schwammig, aber das gibt sich nach einer Runde. Rundum also ein kleines, feines und lohnendes Kartenspiel für zwischendurch.

[Note lt. Kompetenz-Team]
4.5 von 6 Punkten.
{gespielt von Babsi, Roswitha, Pascal}

[Links]
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/448620/snorkeling
HP: https://www.haumeagames.com/products/snorkeling
Ausgepackt: n/a

[Galerie: 7 Fotos]

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