Troll Hunt

La Cittá, Nautilus, Anno 1503, Anno 1452, Rheinländer, Euphrat&Tigris, Wallenstein, Der eiserne Thron, uvm.

Moderator: MrSkull

Antworten
Benutzeravatar
MrSkull
Site Admin
Beiträge: 2081
Registriert: 05.10.2005 16:52
Wohnort: bei München

Troll Hunt

Beitrag von MrSkull » 11.02.2015 16:18

Taktik-Knobler für 2-3 Spieler ab 8 Jahren von Veli-Matti Saarinen.

Die Spieler finden sich als Spiegeltragende Troll-Jäger in den Wäldern ihrer Heimat wieder und versuchen im Wettstreit möglichst viele Trolle zu versteinern. Die riesigen, aber tumben Monster sind extrem lichtempfindlich und wenn es einem Spieler gelingt, das Licht seiner Laterne so zu leiten, dass es den Troll in die Augen scheint, versteinert er sofort und ist erledigt. Wer wird wohl der beste Jäger werden?


Spielvorbereitung:
Der Spielplan (Rahmen- und Landschaftsteile) kann nach Gutdünken aufgebaut werden oder man richtet die Würfelzahlen im Uhrzeigersinn aus, das liegt am Spieler. Durch die Landschaftsmodule entsteht immer eine komplett andere Spielwelt, daher darf auch ruhig der Rahmen zufällig gelegt werden, um noch mehr Varianz - hier in der Ausrichtung der Trolle später - einzubringen.

Die Troll(behausungs)karten werden gut gemischt und als verdeckter Nachziehstapel bereitgelegt, die Troll-Marker können daneben als Vorrat abgelegt werden.
Die Spieler erhalten jeweils in ihrer Wunschfarbe 2 Laternen-Marker, 5-7 Spiegel-Marker (je nach Spielerzahl) und 1 Prismen-Marker.

Die Spieler setzen abwechselnd erst im Uhrzeigersinn, dann gegen den Uhrzeigersinn, ihre beiden Laternen auf dem braunen Spielfeldrand ab und richten sie vorzugsweise so aus, dass ihr Strahl weit ins Landesinnere blicken kann (Berge und Trolle blockieren den Lichtstrahl).

Nun werden die ersten 4-6 Trolle (je nach Spielerzahl) gesetzt. Dazu wird die oberste Trollkarte gezogen und ein Troll-Marker auf ein Feld direkt neben der dort angegebenen Behausung gelegt.
Auf dem Spielplan sind die Trollbehausungen mit den Buchstaben A-R gekennzeichnet und um diese herum, stehen, je nach Spielplanaufbau, freie Wiesenfelder zur Verfügung, auf denen ein Troll-Marker abgelegt werden kann.
Die Ausrichtung des Trolls wird mit Hilfe des Würfels festgelegt, denn ebenfalls auf dem Spielplan sind in den Ecken Türme mit Würfelzahlen aufgezeichnet. Je nach Augenzahl, wird der Troll mit den Augen (und dem Ende eines Lichtstrahls) möglichst genau in die Richtung des Turms gedreht, dessen Zahl geworfen wurde.

Wichtige Regel: kein Marker (Laterne, Spieler, Troll, Prisma) darf so gesetzt werden, dass niemand eine Chance hätte, damit eine Verbindung herzustellen!



Spielziel:
Als Erster 6-9 Trolle (je nach Spielerzahl) erlegen!


Spielablauf:
Der aktive Spieler durchläuft bis zu 3 Phasen in seinem Zug, bevor der nächste Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe ist.

1) Aktion ausführen; es wird entweder ein Spiegel-Marker eingesetzt oder ein Spiegel bewegt (spätestens dann als einzige Option, falls schon alle Spiegel platziert wurden).

Spiegel-Marker sind beidseitig bedruckt, auf einer Seite mit einem sehr spitzen Winkel, auf der anderen Seite mit einem sehr weitem Winkel, für die weiterzuleitenden Lichtstrahlen.
Man darf sich aussuchen, welche Seite erstmalig gewählt wird beim Einsetzen.

Spiegel dürfen nie auf Berge oder Seen gesetzt werden und auch nicht neben einer gegnerischen Laterne.

Es dürfen aber die "Lichtwege" der Spiegel von Mitspielern mitbenutzt werden, um den eigenen Lichtstrahl besser weiterleiten zu können!

Gelingt es einem Spieler seine Spiegel so zu setzen, dass sie einen durchgehenden Lichtstrahl leiten, ohne einen fremden Spiegel mitzubenutzen, gilt diese "Lichtverbindung" als nicht "störbar", d.h., innerhalb des Lichtweges, darf kein Mitspieler einen eigenen Spiegel setzen, um hiervon zu partizipieren.

Das Prisma wird genauso eingesetzt, wie ein normaler Spiegel, nur, dass es beidseitig gleich bedruckt ist und einen Lichtstrahl in 6 verschiedene Richtungen leiten kann.

Solange noch Spiegel-Marker im Vorrat eines Spieler vorhanden sind, darf ein Spiegel-Marker auf dem Spielplan um bis zu 2 (frei zugängliche) Felder bewegt werden. Wurden alle Spiegel schon platziert, darf ein Spiegel-Marker um bis zu 4 Felder bewegt werden - Trolle und anderen Spiegel dürfen übersprungen werden.
Eine Bewegung kann aber auch bedeuten, dass ein Spiegel nur neu ausgerichtet oder umgedreht (nur mit 4 Bewegungspunkte möglich, also, wenn alle Spiegel platziert wurden) wird.

2) Trolle erlegen; nun kontrolliert der aktive Spieler, ob er von einer seiner Laternen ausgehend, Licht so weiterleiten kann, dass es genau in die Augen eines Trolls trifft.
Ist dem so, wird der Troll versteinert und der Marker gehört nun dem Spieler, den er umgedreht vor sich ablegt.

Gelegentlich kann es vorkommen, dass mehrere Trolle erlegt werden, wenn der Lichtstrahl einen, hinter dem gerade erlegten Troll, weiteren Troll in die Augen trifft.

3) Zugende; abschliessend werden soviele neue Trolle eingesetzt (s.o.), wie gerade erlegt wurden.


Spielende:
Sobald ein Spieler seinen 6. bzw. 9 Troll erfolgreich gejagt und erlegt hat, endet das Spiel sofort mit diesem als Gewinner.


Varianten:
Je nach Wunsch kann das Spiel leichter oder schwerer gestaltet werden, indem einfach die Anzahl der zu jagenden Trolle erhöht bzw. gesenkt wird.


Fazit:
Troll Hunt macht auf den ersten Eindruck nicht viel her, aber wenn man einmal mitgeknobelt hat, wie die Spiegel immer am besten zu setzen sind, einem Gegner einen Troll vor der Nase quasi weggeschnappt hat und sich über Einfalls- und Ausfallswinkel gestritten hat, dann ist man angekommen und mag das Spiel auf einmal doch :)!

Die Aufmachung ist etwas dröge, die skandinavischen Legendengeschichten über Trolle ungewohnt und der Spielablauf laut Anleitung nicht so aufregend, aber denkste^^.

Die Testrunden zu Dritt verliefen allesamt äusserst spannend und unterhaltsam und die einerseits simple Spielmechanik fordert einen andererseits bis zum Nägelknabbern.
Glück sucht man hier vergebens, es ist alles eine Sache der Beobachtungsgabe und des Vorausschauens und so entwickeln sich rasch diverse Taktiken und Notfallpläne *G*.

Man darf getrost zugeben, das Spiel macht einfach Spaß und wenn es nun noch ein wenig "aufgemotzter" daherkäme, wäre es ein Knaller.




weiterführende Hinweise:
- Verlag: Roll D6 Games
- BGG-Eintrag: http://boardgamegeek.com/boardgame/141681/troll-hunt
- HP: http://www.rolld6.com/pelit/trollhunt/
- Anleitung: englisch, finnisch
- Material: sprachneutral
- Fotos: HP/?p=10038
- Online-Variante: -

Antworten

Zurück zu „Strategiespiele“