„Centauri Saga“ – Fazit
Review-Fazit zu „Centauri Saga“, einem kooperativem Space-Opera-Survival-Spiel.
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[Infos]
für: 1-4 Spieler
ab: 12 Jahren
ca.-Spielzeit: 60-90min.
Autor: Constantine Kevorque
Illustration: n/a
Verlag: Vesuvius Media
Anleitung: englisch
Material: englisch
[Download: Anleitung/Übersichten]
engl., dt., frz.: https://boardgamegeek.com/boardgame/170223/centauri-saga/files
engl.: https://www.vesuviusmedia.com/centauri-saga (s. mittig)
[Fazit]
„Centauri Saga“ beginnt wie ein klassisches Space-Opera-Intro, aber sobald die ersten Sensoren aufheulen, wird klar, dass hier kein gemütlicher Erkundungsflug wartet, sondern ein kooperatives Überlebensmanöver in einem chaotischen, feindseligen Sternensystem.
Die Spieler übernehmen die Rolle von Kommandanten einer Armada, die gerade durch das Jumpgate gebrochen ist – ein Moment, den die Anleitung mit den Worten einfängt: „Everywhere around you, sensors pick up extreme radiation levels, weird energy fluctuations, a madly gyrating asteroid field.“ und genau so fühlt sich auch der Spielstart an. Ein Universum, das nicht darauf wartet, entdeckt zu werden, sondern darauf, einen zu verschlingen.
Jeder Kommandant beginnt mit einem eigenen Spieler-Board, einem Schiff, einem Satz Grundwerten und einer Commander-Karte, die sofort das Gefühl vermittelt, eine echte Rolle in dieser Armada einzunehmen.
Die Werte „Combat“, „Shield“ und „Speed“ starten auf Level 2, die „Hull“ auf 8. Und schon in der ersten Runde wird klar, wie wichtig diese Zahlen sind, denn „CS“ ist ein Spiel, das einen permanent zwingt, Risiken abzuwägen. Die Rundenstruktur ist streng, fast militärisch und gliedert sich in fünf Phasen, die wie ein taktischer Herzschlag den Rhythmus der Partie bestimmen.
In der Event-Phase schlagen die Gefahren des Systems zu. „Raider“ bewegen sich, Ereignisse lösen Effekte aus, manchmal muss man Würfelproben bestehen, um Schaden zu vermeiden und immer wieder tauchen neue „XPM-Energiekristalle“ auf, die man dringend braucht, aber nur bergen kann, wenn man bereit ist, sich in gefährliche Sektoren zu wagen. Die Anleitung beschreibt diese Phase nüchtern, aber ihre Wirkung ist brutal: „Resolve the effects of all events in play. If Bosses are in play, they also apply their effects at this point.“.
Danach folgt die „Upkeep“-Phase, in der man „Astartium“ ausgibt, um den „Starport“ oder das Forschungslabor zu verbessern, was wiederum neue Einheiten oder Aufwertungen freischaltet. Diese Upgrades sind nicht optional, sondern essenziell, denn ohne sie wird die Armada schnell von stärkeren Gegnern überrollt.
Die „Movement“-Phase verwandelt das modulare Hexfeld in ein taktisches Labyrinth. Asteroidenfelder, Nebel, Gravitation, offene Sektoren – jeder Bereich kostet unterschiedlich viele Bewegungspunkte und wenn Feinde im eigenen Sektor stehen, muss man zusätzliche Punkte ausgeben, um ihnen zu entkommen. Besonders spannend ist das Erkunden neuer Sektoren, denn das kostet immer nur einen Punkt, beendet aber sofort die Bewegung und zwingt zu einem Ereignis, das entweder Belohnungen bringt oder – bei Misserfolg – Schaden und neue Ereignisse auslöst.
Die „Encounter“-Phase ist das Herz des Spiels. Hier entscheidet sich, ob man kämpft oder sich neu aufstellt. Kämpfe sind gnadenlos direkt. Man würfelt so viele Würfel wie der Kampf-Wert vorgibt, jeder Erfolg verursacht Schaden. Der Gegner schlägt immer mit festem Wert zurück und man darf nur mit „Shield“-Würfeln versuchen, den Schaden zu reduzieren. Die Anleitung fasst es erneut trocken zusammen: „Combat continues, with each combatant taking turns, until one is destroyed.“^^. Doch in der Praxis fühlt es sich an wie ein verzweifeltes Duell im All, bei dem jeder Würfelwurf über Leben und Tod entscheidet. Besonders Bosskämpfe sind episch, denn jeder Boss bringt eigene Effekte mit, die das gesamte Spielfeld beeinflussen – und oft die gesamte Gruppe in Bedrängnis bringen.
Die „Expand“-Phase schließlich erlaubt es, „Starbases“ zu errichten, die Sektoren schützen, „Raider“bewegungen blockieren und allen Spielern in der Umgebung einen Bonuswürfel geben. Diese „Starbases“ sind wie Leuchttürme in einem tobenden Sturm und oft der einzige Grund, warum eine Partie nicht völlig eskaliert.
Was Centauri Saga besonders macht, ist die Mischung aus kooperativer Planung, taktischem Ressourcenmanagement und einem Universum, das sich ständig gegen die Spieler stemmt. Man kann keine Karten oder Ressourcen tauschen, aber man kann sich gegenseitig mit Action Cards unterstützen, gemeinsam „Starbases“ bauen oder Ereignisse entfernen. Gleichzeitig kämpft jeder Spieler seine eigenen Schlachten, denn selbst wenn mehrere Kommandanten im selben Sektor stehen, bekämpfen sie Gegner nacheinander – und jeder Gegner heilt vollständig zwischen den Kämpfen. Das erzeugt ein Gefühl von gemeinsamer Mission, aber individueller Verantwortung, das perfekt zur Thematik passt. Eine Flotte, die zusammenhält, aber deren Kapitäne ihre eigenen Entscheidungen treffen müssen.
Thematisch ist Centauri Saga ein wilder Mix aus Space Opera, taktischem Kampf und kooperativem Survival. Mechanisch erinnert es an eine Mischung aus modularer Erkundung, Würfelgefechten und RPG-artigem Aufrüsten, aber alles ist in eine Geschichte eingebettet, die sich wie eine episodische Kampagne anfühlt. Die Szenarien bestimmen Ziele, Bossverhalten, zusätzliche Regeln und oft auch Zeitdruck – und jedes Szenario erzählt ein kleines Kapitel dieser gefährlichen Reise durch Alpha Centauri. Am Ende ist „CS“ ein Spiel, das nicht subtil ist, sondern groß, laut, chaotisch und voller Momente, in denen man gemeinsam aufschreit, weil ein Event die gesamte Planung zerstört oder ein Boss plötzlich das halbe Spielfeld lahmlegt. Es ist ein Spiel, das sich anfühlt wie ein kooperativer Sci-Fi-Blockbuster, bei dem man ständig zwischen Hoffnung und Untergang pendelt. Und genau das kann es für viele reizvoll machen. Man kämpft nicht nur gegen Gegner, sondern gegen das System selbst – und wenn man am Ende doch siegt, fühlt es sich an, als hätte man tatsächlich eine galaktische Bedrohung überstanden.
[Note lt. Kompetenz-Team]
.5 von
Punkten.
{gespielt von X, Pascal}
[Links]
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/170223/centauri-saga
HP: https://www.vesuviusmedia.com/centauri-saga
Ausgepackt: n/a
[Galerie: 12 Fotos]




