„Kodama Forest“ – Fazit
Review-Fazit zu „Kodama Forest“, einem kooperativen Puzzle im Frühlingskleid.
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[Infos]
für: 1-6 Spieler
ab: 14 Jahren
ca.-Spielzeit: 30min.
Autoren: Jenny Iglesias und Kevin Riley
Illustration: Kwanchai Moriya
Verlag: Indie Boards & Cards
Anleitung: englisch
Material: sprachneutral
[Download: Anleitung/Übersichten]
dt., frz., ital.: https://boardgamegeek.com/boardgame/302933/kodama-forest/files
[Fazit]
Es gibt Spiele, die wirken wie ein tiefer Atemzug im Grünen. „Kodama Forest“ gehört genau in diese Kategorie: ein leises, farbenfrohes Legespiel, das seine Spieler in einen Wald voller Bambus, Blumen, Teiche und kleiner Waldgeister entführt. Doch hinter der sanften Ästhetik steckt ein überraschend taktisches Puzzle, das Kooperation, Timing und räumliches Denken miteinander verwebt – und das auf eine Weise, die sowohl Familien als auch geübte Spieler angenehm fordert.
Das Grundprinzip ist so charmant wie ungewöhnlich. Jeder Spieler sitzt zwischen zwei Spielplänen, teilt also einen Wald mit seinem linken und einen mit seinem rechten Nachbarn. Diese beiden Wälder sind gleichzeitig Chance und Risiko, denn am Ende zählt nur der schlechtere der beiden. Kodama Forest zwingt einen damit in eine elegante Balancehaltung. Man will beiden Seiten helfen, aber man kann nie alles perfekt machen. Und genau in diesem Spannungsfeld entfaltet das Spiel seinen Reiz.
Jeder Wald besteht aus einem Raster aus Erdfeldern, von denen einige mit Zahlen markiert sind: 1, 5 oder 10. Diese Zahlen stehen für Strafpunkte, falls sie am Ende unbedeckt bleiben. Das Ziel ist also klar: möglichst viele Felder mit Plättchen überdecken und zudem möglichst viele Kombinationen aus halben Symbolen zu vollständigen Motiven zusammenfügen, um so Tiere in den Wald zu locken, die wiederum zusätzliche Felder verdecken.
Die Waldplättchen, die man aus einem Stoffbeutel zieht, sind das Herz des Spiels. Jedes zeigt bis zu vier halbe Symbole. Halbe Blumen -> ergeben eine ganze Blume -> ein Schmetterling darf platziert werden (deckt 1 Feld ab), Halbe Teiche -> ergeben einen Teich-> ein Frosch zieht ein (deckt 2 Felder ab). Halbe Bambuswälder -> ergeben einen Bambuswald -> ein Panda erscheint (deckt 4 Felder ab). Bäume -> haben keinen Effekt, sind aber wertvoll zum Abdecken von einzelnen Erdfeldern.
Die Tiere sind also keine bloßen Dekorationen. Sie sind kleine Joker, die zusätzliche Felder verdecken und damit Strafpunkte verhindern. Und weil sie nicht direkt auf das entstandene Motiv gesetzt werden müssen, eröffnen sie taktische Freiheiten, die man im ersten Moment gar nicht erwartet.
Jede Runde beginnt mit drei Plättchen auf der Hand. Zwei davon müssen gelegt werden. Eines auf den Wald rechts, eines auf den Wald links. Das geschieht simultan, aber nicht ohne Absprache. Kodama Forest lebt davon, dass man mit beiden Nachbarn spricht, plant, abwägt, Kompromisse findet.
Diese Gespräche sind der Kern des Spiels – und sie erzeugen eine wunderbar kooperative Stimmung, ohne dass das Spiel je seine Puzzle-Schärfe verliert.
Nach dem Legen zieht jeder zwei neue Plättchen nach und die nächste Runde beginnt. Das geht flott, fast meditativ, bis irgendwann ein Wald alle 5er- und 10er-Felder bedeckt hat. Dann endet das Spiel.
Am Ende zählt jeder Spieler die offenen Felder auf beiden angrenzenden Brettern. Die Punktwerte sind simpel. Kodama-Felder: 0 Punkte, normale Erdfelder: 1 Punkt, 5er-Felder: 5 Punkte, 10er-Felder: 10 Punkte.
Und dann kommt der Clou: Nur der schlechtere der beiden Wälder zählt.
Das macht „Kodama Forest“ zu einem Spiel, das Kooperation belohnt, Egoismus bestraft und Gleichgewichtskunst fordert. Wer nur auf einer Seite glänzt, verliert.
Es gibt Varianten – Solo, kooperativ oder zu zweit obendrein.
Das Spiel bietet mehrere Modi, die alle funktionieren:
Solo: Zwei Wälder, zehn Runden, ein persönlicher Highscore-Jagdmodus.
Kooperativ zu zweit: Zwei gemeinsame Wälder, ein gemeinsames Ziel.
Kompetitiv zu zweit: Jeder spielt mit zwei eigenen Wäldern – ein überraschend knackiges Duell.
Diese Flexibilität macht Kodama Forest zu einem Spiel, das sich leicht an die eigene Runde anpasst.
🌈 Fazit – ein ruhiges Puzzle mit überraschender Tiefe
Kodama Forest ist ein Spiel, das man leicht unterschätzt. Die niedlichen Kodama-Geister, die bunten Tiere, die sanfte Waldoptik – all das suggeriert ein entspanntes Familienspiel. Und ja, es ist zugänglich, freundlich und visuell einladend. Aber unter der Oberfläche steckt ein cleveres, kooperatives Legespiel, das Timing, Kommunikation und räumliches Denken miteinander verknüpft.
Es ist kein hektisches Spiel, kein lautes Spiel, kein Spiel voller Wendungen. Es ist ein Puzzle, das man gemeinsam atmet. Ein Spiel, das sich anfühlt wie ein Spaziergang im Frühling: ruhig, aber voller kleiner Entscheidungen, die den Weg formen.
Wer kooperative Puzzles mag, wer gerne gemeinsam plant, wer Freude an sanfter, aber spürbarer Optimierung hat, wird hier einen kleinen Schatz finden. Und wer einfach nur ein schönes, friedliches Spiel sucht, das trotzdem fordert, wird sich im Kodama-Wald schnell zuhause fühlen.
14?
[Note lt. Kompetenz-Team]
von
Punkten.
{gespielt von Babsi, Roswitha, Pascal}
[Links]
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/302933/kodama-forest
HP: n/a
Ausgepackt: n/a
[Galerie: 5 Fotos]




