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„Time to $chein“ – Fazit

Review-Fazit zu „Time to $chein“, einem Gameshow-Act für’s Wohnzimmer^^.

[Infos]
für: 2-6 Spieler
ab: 8 Jahren
ca.-Spielzeit: 30min.
Autoren: Inka Brand und Markus Brand
Illustration: n/a
Verlag: Schmidt Spiele
Anleitung: deutsch
Material: deutsch

[Download: Anleitung/Übersichten]
dt.: https://www.schmidtspiele.de/details/produkt/time-to-schein.html

[Fazit]
Ein Partyspiel, das man nur auf den Tisch legen muss und schon verwandelt sich die gesamte Runde in eine Mischung aus Zirkusakrobaten, Impro-Comedians, hektischen Kassierern und leicht überforderten Quizshow-Kandidaten. Das Spiel ist laut, chaotisch, überraschend und vor allem eines: ein absoluter Stimmungsmacher.

Der Star des Spiels ist der sprechende Timer, der aussieht wie eine kleine, hungrige Registrierkasse. Und hungrig ist er wirklich – denn bevor man mit den vorgegebenen Challenges überhaupt loslegt, muss er mit Geldscheinen gefüttert werden. Jeder Schein entspricht einer bestimmten Menge Zeit ($-Wert = Sekunden, beim „?“ sind es zufällige 10, 20 oder 30 Sekunden), die dann für die aktuelle Challenge zur Verfügung steht. Das Problem dabei ist, dass man als Team nur ein begrenztes Startkapital hat. Und das Spiel kennt kein Wechselgeld. Wer also glaubt, mit einem 50‑Dollar-Schein mal eben „ein bisschen Zeit“ zu kaufen, wird merken, dass das Budget schneller schmilzt als ein Eiswürfel unter einer Schreibtischlampe.

Das Spieler-Team versucht fünf Challenges zu meistern. Jede Runde zieht die (abwechselnd) aktive Person aus der Challenge-Box eine Karte. Dabei sieht man nur den Titel der jeweiligen Aufgabe und muss sich für eine entscheiden (je nach Seite der Box, für die man sich entschieden hat). Erst danach wird der volle Text vorgelesen. Und genau hier beginnt das Drama.

Denn die Titel sind oft so herrlich nichtssagend wie: „Lattenzaun“, „Banane“, „Almosen“, „Affe Madagaskar“ etc.
Was sich dahinter verbirgt? Nun, das erfährt man erst, wenn man sich entschieden hat und die Karte vollumfänglich gelesen hat^^. Und dann heißt es einschätzen, wie viel Zeit man wohl braucht. Das Team berät, die Scheine wandern in den Timer, der Timer rülpst ein Kassengeräusch (pro Scan^^) – und los geht’s.

Sobald der Timer startet, verwandelt sich die aktive Person in eine Art Showact. Die Aufgaben sind dabei so unterschiedlich, dass man nie weiß, ob man gleich etwas bauen, balancieren, pantomimisch darstellen, mit Worten jonglieren oder sich körperlich verrenken muss.

Ein paar Beispiele, wie sich die Challenges anfühlen können:
„Lattenzaun“
Man muss mit Aktionskarten, die Wörter, Farben oder Zahlen zeigen, eine bestimmte Reihenfolge bilden – aber natürlich unter Zeitdruck und mit einem Timer, der einen akustisch anbrüllt, wenn’s eng wird.

„Banane“
Vielleicht muss man etwas mit einer imaginären Banane darstellen. Vielleicht muss man sie balancieren. Vielleicht muss man sie pantomimisch schälen. Vielleicht muss man sie sogar an einen Mitspieler „weiterreichen“, ohne Hände. Das Spiel ist da gnadenlos kreativ.

„Affe Madagaskar“
Körperliche Comedy ist hier quasi garantiert. Ob man hüpft, kreischt oder versucht, etwas nachzuahmen – das Team wird lachen, während der Akteur schwitzt^^.

„Almosen“
Aufgaben, bei denen man etwas einsammelt, sortieren oder improvisieren muss, sind hier keine Seltenheit.

Viele Challenges verlangen Geschicklichkeit, andere Kreativität, manche reine Dreistigkeit. Und oft wird der Haushalt mit einbezogen, da muss man Küchenutensilien heranschaffen oder Möbel umstellen^^. Und immer wieder kommt der Moment, in dem man merkt: „Oh nein, wir haben viel zu wenig Zeit gekauft!“. Dann kann man ein einziges Mal Zeit nachkaufen – aber nur mit einem einzigen Schein. Und der Timer verrät dann nicht mal, wie viel Zeit man dafür bekommt, um nicht zu stören^^.

„Time to $chein“ lebt von seiner Mischung aus Teamgefühl (man entscheidet gemeinsam, wer was macht und wie viel Zeit investiert werden soll), Überraschung (die Aufgaben-Titel verraten fast nichts und das ist großartig^^), Hektik (der Timer ist gnadenlos und kommentiert alles), Kreativität (manche Aufgaben sind so absurd, dass man automatisch lacht) und Ressourcenmanagement (das Geld ist knapp und jede Sekunde zählt).

Besonders charmant ist, dass das Spiel die Spieler nie hängen lässt. Selbst wenn das TEam scheitert, wandert die Karte in den Pool der verfügbaren Aufgaben und kann später erneut gewählt werden. Und bei Erfolg, bekommt man neue Scheine – aber natürlich in festen Stückelungen. Auch die – in den Regeln erwähnte – Option, dass man die Aufgabe an einen anderen Spieler weiterreichen darf, wenn man sich diese nicht zutraut oder nicht mag, ist Spielspaß-förderlich, damit kein Gram aufkommt.

„Time to $chein“ ist ein herrlich chaotisches, lautes und überraschendes Partyspiel, das perfekt für Gruppen geeignet ist, die keine Angst davor haben, sich zum Affen zu machen – im besten Sinne. Der Timer ist ein echter Showeffekt, die Aufgaben sind abwechslungsreich und oft völlig verrückt und das gemeinsame Einschätzen, Diskutieren und Scheitern sorgt für unvergessliche Momente.

Wer ein Spiel sucht, das sofort Stimmung macht, bei dem niemand lange Regeln lesen muss und das garantiert für Lacher sorgt, dann ist „Time to $chein“ ein Volltreffer.

[Note lt. Kompetenz-Team]
6 von 6 Punkten.
{gespielt von Babsi, Roswitha, Pascal}

[Links]
BGG: n/a
HP: https://www.schmidtspiele.de/details/produkt/time-to-schein.html
Ausgepackt: n/a

[Galerie: 14 Fotos]

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