Review: „Green Hell (PC)“

„[quote]Green Hell ist ein Open-World-Survival-Spiel, das im Amazonas-Regenwald spielt. Der Spieler findet sich verloren im Dschungel wieder und muss ohne Essen oder Ausrüstung ums Überleben kämpfen. Hilfe von der Außenwelt gibt es nicht, der Protagonist ist auf sich selbst gestellt. Das Inventar besteht zunächst lediglich aus den eigenen Händen und einem Funkgerät. Werkzeuge und Hilfsmittel müssen erst gefunden und hergestellt werden. Nach und nach bauen Spieler so Waffen, um zu jagen und sich zu verteidigen. Doch die Gefahren im Dschungel sind zahlreich. Wilde Tiere aber auch tropische Krankheiten können den Tod bedeuten. Zudem spielen der Verstand und die eigenen Ängste eine wichtige Rolle und werden ebenso zur Bedrohung. Die Geschichte des Spiels offenbart nach und nach, wie der Protagonist in diese Misere geraten konnte und hält eine schreckliche Entdeckung bereit.[/quote]“

…und genau das trifft es auch! Der Spieler wird komplett alleine gelassen und muss sich alles selbst zusammenreimen. Zunächst heisst dies, die Steuerung verstehen und den Umgang mit der Umwelt erlernen. Was kann ich einsammeln, wie nutze ich gesammelte Objekte, um daraus etwas herzustellen und wo finde ich die nötigen Teile überhaupt?
Das Tutorial ist hierfür recht nutzlos, da es meist nur mehr Fragen aufwirft, als den Spieler ins Spiel einzuführen. Man bekommt Aufgaben gestellt, aber keinerlei Hinweise, wie man diese angehen soll, geschweige denn lösen kann. Da geht man lieber gleich in den normalen Survival-Modus und ist dort auch nicht in der begehbaren Umwelt beschränkt und kann tun und lassen was man will, ohne, dass das Spiel weitere Möglichkeiten blockiert.

Mit leeren Händen und entsprechend viel^^ Knowhow bezüglich dem Überleben im Urwald zieht der Spieler in einem wunderschönen Stück des Amazonas umher und weiss erstmal nichts mit sich anzufangen. Dafür ist die Optik der Umgebung auch sehr ablenkend, da wunderschön. Auch findet sich viel Leben im Gesträusch und die Sounduntermalung besticht durch Windgeräusche, Wasserplätschern, huschenden Tieren, knickenden Ästen und Sträuchern und unterschiedlichen Schrittgeräuschen je nach Untergrund.

Mit viel Mut zum Experimentieren und ebensoviel Geduld finden sich nach und nach große und kleine Äste, Steine sowie Lianen und schon kann man sich Steinäxte und Steinspeere basteln. Diese helfen beim Bearbeiten von dünnen Bäumen und der Jagd, wobei diese lange geübt werden will, denn kaum ein Tierchen läßt sich vom Schleichen oder Werfen eines Speeres beeindrucken. Da werden Pfeil und Bogen oder Fallen benötigt, doch dies gilt es erst zu lernen bzw. „herauszufinden“.
Derweil kann man unbekannte Früchte, Pilze, Nüsse und Blätter finden und probieren und hoffen keine Lebensmittelvergiftung zu bekommen. Das unbedachte Schwimmen in dreckigen Flussarmen hält dann auch noch (neben dem üblen Wasser, dessen trinken zu Erbrechen führt) Würmer und Parasiten aller Arten als Überraschung bereit. Die nisten sich gerne unter der Haut z.B. am Arm ein und wollen dann mit spitzen Knochen schmerzhaft herausgepult werden – doch erstmal so einen Knochen finden.

Also weiter herumstolpern und versuchen Werkzeuge zu erfinden/bauen, Rohstoffe finden, Nahrung auftreiben und einen Unterschlupf bauen, um auch mal schlafen zu können – sonst muss man ungeschützt in der Wildnis nächtigen oder vor Erschöpfung zusammenbrechen. Zu allem Überfluss stellt sich dann auch noch heraus, dass nicht nur Tiere und Krankheiten eine Gefahr darstellen, neben dem maroden Verstand, der an der Einsamkeit leidet, gibt es auch noch eingeborene Stämme, die nicht unbedingt auf eine freundschaftliche Nachbarschaft aus sind.

Warum sich der Spieler hier aufhält und was sich noch alles so tut und im Laufe des Spiels entwickelt, gilt es nach und nach herauszufinden.
Somit braucht man nicht nur für die Spielmechanik, das Spielprinzip und den Ablauf viel Geduld, sondern auch für eine befriedigende Aufklärung nach einigen vielen Stunden des Überlebens.

Das Spiel eignet sich – auch in diesem early access-Stadium – für alle survival-Spiel-Fans, die viel Geduld haben und bereit sind, sich teils langatmig und gefrustet einzuarbeiten. Wem die diversen Hürden nichts ausmachen bzw. diese überwunden hat, dem eröffnet sich dann ein sehr schön gestaltetes und umfangreiches Spiel, das so ziemlich alle Aspekte, die man dem Survival-Genre abverlangen würde, abdeckt.

 
Wertung:
Spielspaß: 4 von 6 Punkten.

Daten:
Plattform: PC (Steam)
USK: n/a
Publisher: Creepy Jar

 

Screenshots:

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