Review: „Fortnite (PC)“

Von der ersten Ankündigung im Jahre 2011 bis zum jetzigen Early Access – Release sind viele Jahre Entwicklungszeit vergangen und Epic Games hat bewiesen, dass sie, trotz dieser gefühlt ewigen Wartezeit, nach wie vor Klasse liefern können^^.

„Fortnite“ erzählt die etwas abstruse, aber irre witzig präsentierte, Geschichte von einem Sturm, der die Erde heimgesucht und fast die gesamte Menschheit ausgelöscht hat. Was jetzt noch herumkreucht und fleucht sind Zombies und einige wenige Überlebende, die sich der ewigen Jagd auf sie durch den Bau befestigter Anlagen und roher Gewalt erwehren.

Und dies sind auch die zwei Hauptpunkte des Spielgeschehens: die Spieler bauen Festungen aus (meist zunächst einfache Häuser und gar nur ein Platz, auf dem der überlebenswichtige Schildgenerator aufgebaut steht) und verstärken sie mit entsprechendem Mauerwerk und jeder Menge Fallen (an Decken, Wänden und auf Böden). Dann stürmen die unterschiedlichsten Zombies in mehreren Wellen an und wollen abgewehrt werden, bevor sie es bis zum Schildgenerator schaffen und diesen zerstören.

Zwischen dem Ansturm der Untoten und dem Bauen der Festungsanlage, suchen und sammeln die Spieler in der Umgebung Baumaterial. Dazu kann ALLES in der Spielwelt zerhackstückt werden und liefert Holz, Stein, Metall, Fasern, Schrauben, elektr. Teile, u.v.a., mit welchen dann die Festungen erbaut werden können und um hieraus Waffen – sehr viele Waffen unterschiedlichster Couleur und Klasse^^ – herzustellen. Dabei werden einfach die Objekte entweder untersucht und diese geben dann Fundstücke preis oder einfach mit der standardmäßig ausgerüsteten Hacke einfach kleingeholzt. Es sieht schon arg komisch aus, wenn man einen (leeren) Schulbus kleinhackt oder Wände von Supermärkten einreisst, Mülleimer, Briefkästen und Waschbecken untersucht oder Schaukeln zerkleinert, wie gesagt, es gibt an sich nichts, was so nicht zerstört werden kann und aus dem sich nicht irgendein Roh- bzw. Baustoff gewinnen läßt.

Die Geschichte spinnt sich dann vom sehr ausführlich erzählten Tutorial über viele Missionen und Nebenaufgaben hinweg und immer spinnt sich der rote Faden, um die Suche nach Überlebenden, dem Ausbau des eigenen Hauptquartiers und der damit erfolgenden Ausbreitung des Schutzschildes. Dieses soll die Untoten zurückdrängen und hoffentlich irgendwann genug Platz für alle Überlebenden bieten.
Erzählt wird das alles von einer Roboterdrohne, die in der Zentrale des HQs schwebt und alles von dort aus steuert (naja, eigentlich dem Spieler die Aufgaben zuteilt, schliesslich leistet dieser die ganze „Arbeit“^^). Die Aufträge und vielen Zwischenkommentare und Berichte werden dabei äusserst amüsant vorgetragen und immer thematisch an die jeweilige (Missions-)Situation angepasst (Tonlage der Stimme^^ und Animation via Videobild).
Auch die sonstige Präsentation ist, wie gesagt, absolut witzig in einem Comic-Stil gestaltet und kann sich wirklich sehen lassen – natürlich sieht man der Grafik die lange Entwicklungszeit an und hie und da hätte man sich etwas besseres gewünscht, andererseits liegt der Schwerpunkt auf dem Spielgeschehen und die Engine läuft immerhin auch auf schwächeren Rechnern sehr gut.

Die Missionen können allesamt im Alleingang angegangen werden, es können aber auch jederzeit andere Spieler hinzustossen – wodurch die Gegnerzahl natürlich angepasst wird – und dabei helfen. Belohnungen werden hierbei immer gleich aufgeteilt und evtl. Kisten oder sonstige „Schätze“ sind immer für jeden einzeln reserviert. Natürlich kann auch von vornherein auf Mitspieler gewartet oder diese eingeladen werden. Das Lobby-System funktioniert gut und bietet übliche Standardkost.

Gemeinsam macht es natürlich immer mehr Spass, wobei hier dann noch die Chat-Funktionen vllt. etwas ausgebessert werden kann, damit die Kommunikation auch, so denn gewollt, vordergründiger ablaufen kann, denn an so mancher Stelle wünscht man sich bessere Absprachen. Zur Zeit läuft es denn auch eher so ab, dass sich jeder um Ressourcenbeschaffung für sich kümmert (es wird alles immer von Mission zu Mission bzw. zum HQ mitgenommen) und eher zufällig jmd. die Missionsziele dann abgrast und auslöst, damit schliesslich die Horden angestürmt kommen. Meist geht es in den Aufträgen nämlich genau darum, etwas bestimmtes zu finden oder zu aktivieren, aktuellen Platz des Geschehens zu befestigen, Zombies zu metzeln.
Dies sollte sich aber mit der Erhöhung der Spielerzahl und dem eingewöhnten Spielablauf zum offiz. Release hin ändern. Die Zutaten für sehr coole Mehrspieler-Missionen sind jedenfalls alle vorhanden.

Die Macher haben also nicht verlernt, wie man coole Shooter kreiert, auch wenn sich viele Anleihen bei derweil erschienenen Spielen, wie z.B. „Plants vs. Zombies“ oder „Orcs must die“ bzgl. z.B. des Festungsbaus, geborgt wurden, hat der Unreal-Erfinder es immer noch drauf und bringt noch einige eigene sowie altbewährte Rezeptzutaten mit.

Diese Early Access – Edition zeigt schon überdeutlich, wo es hingehen wird und verspricht einen schicken Spielspaß (auch) für die Zukunft! Übersetzungslücken und -fehler finden sich jetzt noch hie und da, aber das mutet im Moment noch eher lustig an, wenn sich deutsche Texte mit Englischen mischen oder der eine Charakter englisch spricht und der andere auf deutsch antwortet^^. Ansonsten spielten sich die Testrunden bisher recht problem- und fehlerlos.
Das einzige, was auf jeden Fall noch verbessert werden sollte, ist die Führung des Spielers zu Beginn. Denn bis weit nach dem Tutorial müssen immer noch viele Kleinigkeiten der Steuerung, der Verwaltung, des Aufbaus und dem Vergleichen zwischen für und wider mancher Bauten und Waffen, usw., mühselig ertestet und/oder erraten werden. Auch die Zusammenhänge des groß angelegten Fertigkeitenbaums und den vielen zu erbeutenden Skizzen zur Herstellung von Waffen und Fallen, will erst erlernt werden.
Die Tipps-Einzeiler, die beim Ladeschirm erscheinen, sind bisher die einzige Infoquelle, anhand der man sich einiges erklären kann. Da braucht es also noch mehr Übersicht und Infos im fertigen Spiel. Man kann zwar auch so losspielen und vorankommen, aber oft möchte man dieses oder jenes wissen oder nachsehen oder fragt sich „wie soll ich denn das durchführen“, wenn eine Aufgabe z.B. fordert bestimmte Überlebende zu bestimmten Rollen und/oder Positionen zu bringen oder einzuteilen, u.ä.! Aber das dürfte sicherlich noch kommen – in Form einer ingame-Errata oder PDFs, etc.

Rundum ist „Fortnite“ aber ein gelungener Zeitvertreib, der aber natürlich darauf abzielt letztendlich ein pay-to-win-Spiel zu werden (zumindest, um es sich einfacher und hübscher zu machen^^)!

 
Wertung:
Spielspaß: 5 von 6 Punkten.

Daten:
Plattform: PC
USK: 12
Publisher: Epic Games / KochMedia

 

Screenshots:

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar