Review: „Rimworld (PC)“

Eine Explosion, ohrenbetäubender Lärm, unendliches Fallen, Chaos, Verwirrtheit und plötzlich Stille…..dann schlagen um sie herum Bruckstücke auf und sie müssen sich schnellstmöglich in Sicherheit bringen. Taumelnd und wie in Trance rennen sie um ihr Leben, gerade noch rechtzeitig erreichen sie eine schützende Felsformation und mit Blick zum Himmel, sehen sie die restlichen Trümmer ihres Raumschiffes abstürzen.
Aus noch unerfindlichen Gründen ist das Expeditionsraumschiff zerstört worden und die letzten Überlebenden auf dem unbekannten Planeten gestrandet.
Nun gilt es sich zu orientieren und nach den nötigsten Utensilien für das erste Überleben Ausschau zu halten….und ein Camp muss her!

So beginnt das Abenteuer für den Spieler in Rimworld und fortan muss er sich um seine Kolonisten in spe ausgiebigst kümmern, damit diese hier nun nicht nur überleben, sondern sich eine neue Heimat aufbauen können.

Bei Spielstart wird hierzu zunächst eine Welt kreiert, zufällig oder anhand voreinstellbarer Parameter, dito ein „Koloniebereich“ und die Attribute der „Kolonisten“. Dies alles wirkt von Beginn an sehr statisch und lebt in erster Linie von vielen Statistiken und entsprechend nüchterner Gestaltung, aber schon nach einiger Spielzeit wird dies eher wohlwollend wahrgenommen, denn das Spielgerüst hinter der trockenen Grafik ist ein sehr gewaltiges.
Was man hier alles einstellen, befehlen und beachten kann bzw. muss, sprengt den Umfang so manchen AAA-Strategie-/Aufbauspiels!

Und dabei will „Rimworld“ gar kein „großes“ Strategie-/Aufbauspiel sein, sondern ein Geschichtenerzähler!
Dies ist die eigentliche Intention der Macher hinter dem Spiel. Die Idee, eine Geschichte rund um die drei gestrandeten Weltraumschipper zu spinnen, die rein von einer KI geschrieben wird!
Und so darf man als nächsten Schritt nämlich zu Beginn entscheiden, ob man lieber gemächlich durch das Spiel geführt wird oder von einer wilden Zufalls-KI, die dem Spieler mal schwere und mal leichte Herausforderungen um die Ohren knallt, völlig wirr durcheinander und so für richtig viel Spannung und Stress in der „Kolonie“ sorgt.

Geleitet wird man im Spiel dazu noch von diversen Text-Tafel zur Rechten, die immer den aktuellen Bedarf und Stand der Überlebenden an- und somit auch vorgeben, was denn als Nächstes am besten zu tun sei. Dito finden sich hier dringende Hinweise, wenn ein „Kolinist“ z.B. gerade verletzt wurde oder es unweit der Behausungen zu einem Brand gekommen ist.

Überhaupt wird viel, wie eingangs erwähnt, über Texthinweise und Statistiken reguliert und dafür muss sich der Spieler anfänglich in Geduld üben und viel querlesen und den nicht immer eindeutigen Ratschlägen folgen. Nach einer Weile, hat man aber „den Dreh raus“ und baut allmählich ein brauchbares Groß-Camp auf, welches später dann auch so nette Gimmicks, wie ein Hufeisenspiel bietet^^.
Dringender werden natürlich neben soliden Wänden und einem Dach über den Kopf, Schlafstellen nachgefragt, ein Lager, regelmäßig nachhaltig zu produzierendes Essen, Waffen (f. d. erste Jagd finden sich immerhin schon Pistole, Gewehr und Messer im Inventar) und viele weitere Gegenstände des alltägliche Survival-Bedarfs.

Im Laufe der „Story“ kommt es dann auch zu immer mehr Ereignissen, wie unberechenbar wilden Stürmen oder gar Besuchern aus entfernten Lagern, Kämpfen und vielerlei Schicksalsschlägen, denn ein Hauptaugenmerk der Geschichtenerzählenden KI soll nämlich das Transportieren eines „echten“ Überlebensgefühls sein, mit allen Höhen und Tiefen einer solch kleinen, eingeschworenen Gemeinschaft. Da wachsen einem die Pixelfiguren zwangsläufig ans Herz und es gilt sich GUT um sie zu kümmern^^.

Seit über 3 Jahren ist das Spiel derweil in der Entwicklung und liegt z.Z. in der 14. Alpha-Edition vor. Viel hat sich seit den ersten Ideenentwürfen getan und das Spiel ist enorm komplex angewachsen und noch immer fliessen weitere Ideen und Verbesserungen sowie Erweiterungen hinein.
Wann es wirklich fertig sein wird, steht wohl auch noch nicht zu 100% fest, aber jeder, der das Spiel via crowdfunding unterstützt, erhält Zugang zu allen Versionen und kann so fleissig mittesten und -erleben, was die KI sich so alles einfallen läßt!

Insgesamt liegt hier also ein sehr spannendes und interessantes Projekt vor, dass sich jeder, der nicht vor etwas trister Präsentation zurückschreckt, unbedingt einmal anschauen sollte, wenn ein survival-Aufbauspiel dem eigenen Gusto entspricht.

 
Wertung:
Spielspaß: 5 von 6 Punkten.

Daten:
Plattform: PC
USK: 12
Publisher: Ludeon

 

Screenshots:

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