Review: „Need for Speed: Payday (XBOX ONE)“

Im neuesten Rennwerk der NfS-Reihe geht es diesmal in ein fiktives Glücksspiel-El Dorado, a la Las Vegas, und die anfänglich bestehende Crew wird nach dem Intro-Actionabenteuer gleich auseinandergerissen, so dass der Spieler erstmal vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Von wegen der beste Fahrer der Stadt, nun gilt es erstmal wieder es allen zu beweisen und diverse Rennen und Aufgaben zu bewältigen.

Dies wird allerdings nicht so leicht werden, denn zum einen wurde der Protagonist von einer Freundin verraten, die dann auch noch zum bösen Kartell übergelaufen ist, welches die Stadt kontrolliert und u.a. Rennen manipuliert. Zum anderen legt einem das Spiel selbst einige unnötige Brocken in den Weg. So müssen alle Wettkämpfe und Rennaufgaben auf jeden Fall als Sieger gelöst werden, sonst geht es einfach nicht weiter. Und da jede Rennart mehrmals „dran kommt“, werden dann Spieler, die es z.B. nicht so mit dem Driften haben, ihre wahre Freude haben, dies immer und immer und immer wieder wiederholen zu müssen.

Immerhin die Hauptstory-Elemente wurden sehr gut umgesetzt, da spricht nicht nur die PR von „Blockbuster“-Momenten, sondern auch der geneigte Spieler, sobald dieser die Szenerie einmal verfolgt hat. Die unglaublichen Darstellungen und Effekte und optischen Erzählweisen suchen ihresgleichen und trösten über viele, langatmige und -weilige Strecken der offenen Welt hinweg.
Auch der zwangsläufige Stress, den jeder durchlaufen muss, wenn viele Rennen mehrfach durchgelebt werden müssen, baut sich hier teilweise ab, denn da hat sich die wortwörtliche Arbeit doch gelohnt, das jeweilige neue Ereignis schliesslich auslösen zu können.

Dabei zieht der rote Faden der Story recht schnell vorbei, zu seicht kommen die Charaktere teils herüber und unter dem Strich gibt es dann zu wenig zu „erleben“, abseits der andauernden „Rennerei“^^.
Dabei sieht das Spiel sehr gut aus und auch der Soundtrack untermalt bekannt die Spielatmosphäre, nur leider gibt es zu wenig zu sehen. Nach einigen wilden Autojagden fällt eben auf, dass sonst nichts los ist in der Spielwelt. Da hätte man durchaus noch mehr Verkehr, Passanten und bewegte Natur integrieren können. So fährt man irgendwann nur noch karg vor sich hin, um das nächste Ziel zu erreichen. Keine Entdeckerlust fühlt sich gefördert und das bei einer eigentlich offenen Spielwelt ist doch vertane Gelegenheit. Auch der integrierte Mehrspielermodus funktioniert zwar gut und macht durchaus Laune, aber es hätte hier viel mehr Spielfreude gebracht, wenn es richtige „Einsätze“ geben würde.

„NfS:P“ ist wieder ein gutes Rennspiel, keine Frage, nur hätte da eben mehr draus werden können. Zumindest befindet sich die Serie wieder auf der richtigen Spur, seit dem Neuanfang, und so darf gehofft werden, dass der nächste Teil noch etwas besser wird und so dann wieder ins alt-bekannte Fahrwasser gerät, dass die NfS-Fan früher so geliebt haben!

 
Wertung:
Spielspaß: 4 von 6 Punkten.

Daten:
Plattform: XBOX ONE
USK: 12
Publisher: Electronic Arts

 

Screenshots:

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