Review: „John Carpenter’s Toxic Commando (PC)“

John Carpenter’s Toxic Commando ist genau die Sorte herrlich überdrehter, neontriefender Horror‑Action, die entsteht, wenn man John Carpenter – Meister des lakonischen Grinsens, Patron des Synth‑Sounds und König des kultigen Trash – mit einem Entwicklerteam wie Saber Interactive in einen dunklen Raum sperrt und sagt: „Macht mal.“ Das Ergebnis ist ein kooperativer Shooter, der sich anfühlt wie The Thing auf Adrenalin, Left 4 Dead im Muscle‑Car und Escape from New York mit noch mehr Schleim.

Die Spielwelt ist ein apokalyptischer Albtraum, der sich selbst nicht zu ernst nimmt. Ein fehlgeschlagenes Geoengineering‑Experiment hat den Planeten in eine Art lebenden Magen verwandelt – und alles, was darin kreucht, ist bereit, dich zu verdauen. Die „Sludge“-Monster wirken wie Carpenter‑Kreaturen aus einer Parallelwelt: grotesk, schleimig, überzeichnet, aber mit genau dem richtigen Augenzwinkern.

Das Setting lebt von dieser Mischung aus B‑Movie‑Charme und ernst gemeinter Bedrohung. Es ist dreckig, laut, chaotisch – und macht gerade deshalb so viel Spaß.

Die Action ist bewusst überzogen. Horden, die wie Wellen aus Fleisch und Zähnen über dich rollen. Waffen, die sich anfühlen wie aus einem 80er‑Actionfilm entliehen. Explosionen, die Carpenter wahrscheinlich persönlich abgenickt hätte.
Das Spiel weiß, dass es trashig ist – und feiert das mit voller Wucht. Jeder Kampf ist ein kleines Spektakel, jeder Boss ein groteskes Highlight. Und wenn dein Team im gepanzerten Truck durch die Monsterfluten brettert, fühlt sich das an wie ein verlorenes Carpenter‑Drehbuch, das endlich verfilmt wurde.

Toxic Commando ist klar auf Koop ausgelegt. Die Missionen entfalten ihren vollen Reiz, wenn man gemeinsam schreit, lacht und sich durch die Sludge‑Horden kämpft.
Aber, Solo funktioniert erstaunlich gut. Die KI‑Begleiter sind nicht nur Deko, sondern echte Unterstützung. Sie heilen, decken dich, reagieren sinnvoll auf Gefahren und fühlen sich an wie ein kleines Elite‑Team, das Carpenter persönlich zusammengestellt hat. Für Solo‑Spieler ist das ein echter Pluspunkt – kein frustiges Herumgeschleppe, sondern solide KI‑Action.

Und warum es funktioniert so gut?^^
Carpenter‑DNA: Synth‑Vibes, trockener Humor, Monster mit Persönlichkeit.
Saber‑Know‑how: Die Macher von World War Z wissen, wie man Horden inszeniert.
Koop‑Flow: Schnell, chaotisch, aber nie unübersichtlich.
Trash‑Eleganz: Es ist bewusst drüber – und genau deshalb so charmant.

John Carpenter’s Toxic Commando ist ein Liebesbrief an den kultigen Horror der 80er, verpackt in moderne Koop‑Action. Trashig? Absolut. Cool? Und wie! Ein Spiel, das sich selbst nicht zu ernst nimmt, aber ernsthaft Spaß macht – egal ob im Team oder solo mit erstaunlich kompetenten KI‑Kameraden.

 
Wertung:
Spielspaß: 5 von 6 Punkten.

Daten:
Plattform: PC
USK: 18
Publisher: PLAION

 

Screenshots:

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