Review: „Metro: Exodus (PC)“

Ein grandioses Feuerwerk an Spannung, Motivation und teils gruseliger Action wartet hier auf den geneigten Metro-Fan wie auch auf Neueinsteiger. Gerade die werden sich auch kaum wundern, was sich alles am Spielverlauf verändert hat und einfach die quasi offene Welt geniessen und sich den Abenteuern und Aufgaben hingeben, die am laufenden Band geboten werden!

Der Spieler erlebt die ca. erste halbe Stunde zwar wie in allen Vorgängern in düsteren Untergrund-Gängen und -räumlichkeiten, doch sehr bald schon geht es dauerhaft an die Oberfläche und damit fortan durch die offene Welt und derer verschiedenster Beschaffenheit in Flora und Fauna. Teils wunderschöne Landstriche und teils schrecklich mutierte Gestalten geben sich hier fast immer die Hand und als Spieler muss man sowohl vor den Gefahren der verstrahlten Welt aufpassen, als auch darauf achten, nicht einfach in den astrein gestalteten Grafiken zu versinken.

Währenddessen entfaltet sich die Geschichte bzw. deren roter Faden zunächst langsam und dann immer rasanter, wenn unser Held und seine Gruppe Überlebender die tausende Kilometer lange Reise quer durch Russland, per Zug, unternimmt, auf der Suche nach dem Punkt, an dem sich die Menschen erneut und vor allem friedlich niederlassen können, ohne Strahlung und Monster.

Auf den Missionen ist man meist alleine unterwegs, ab und an aber helfen die Gefolgsleute, je nach Storypunkt oder -verlauf. Lange allein bleibt man aber generell selten, denn es streunen reichlich mutierte Monster umher, genauso wie Banditen, Sektenmitglieder, abtrünnige Soldaten, u.v.m.
Oft gilt es da geschickte Wege zu wählen, um in eine taktisch günstige Position zu gelangen oder um die Gegner schlicht zu umschleichen. Vielen Kämpfen kann man aber doch nicht ausweichen und da hilft es dann die richtige Ausrüstung gefunden bzw. entsprechend modifiziert zu haben. Die Gegner verhalten sich oft sehr schlau, da hilft wildes Ballern nicht viel, aber gelegentlich stehen sie auch recht dümmlich herum, wie Schiessbuden. Die KI ist eher scriptabhängig, aber auf keinen Fall die Dümmste^^, es schwankt halt (Gegner-KI teils zu gut, teils zu schwach –> Gegner teilweise „hinterhergespawnt“).

Was dem geneigten Beobachter sonst etwas mürrisch auffällt, ist, dass die Gesichtsanimationen nicht immer zur Sprachausgabe passen – nicht nur Übersetzungsbedingt, einfach von der gesamten Mimik her. Sonst gibt es nicht viel zu schimpfen, dafür ist das Spiel insgesamt einfach zu genial^^. Nur noch die gelegentliche Ungenauigkeit bei „Ereignis“-Punkten, wenn es z.B. gilt eine Draisine zu besteigen und man 100% den vorgegebenen Punkt finden muss, um heraufzuklettern, sonst läuft man ewig drumherum und findet den „Zugang“ nicht. Schade auch, dass verpasste Nebenmissionen (weil gerad zu weit weg oder „wichtigeres“ anstand) später nicht aufrufbar sind (kein Missionstext, der nochmal erzählt, wo man hin müsste, etc.)!

Aber rundherum – und hier wurde extra auf story-genaue Details verzichtet, um nicht zu spoilern^^ – bietet das Spiel viele Stunden gute, brachiale, aufregende, unerwartete, schöne und spannende Unterhaltung, so dass man immer nur noch „eben die eine Mission“ machen bzw. schnell noch zu dem einen Punkt hinkommen will …und zack, schon sind wieder 2 Stunden vergangen :)!
Atmosphäre, Detailverliebtheit, Grafik, Sound, Storyausführlichkeit, alles ist super umgesetzt und kurzweilig gelungen. Man merkt wie viel Arbeit und wohl auch Herzblut die Entwickler in diesen neuesten Teil investiert haben, gerade auch, weil sich doch einiges geändert hat (weniger Horror, offene Welt,…) im Vergleich zu den sonst so ausschliesslich düsteren Vorgängern.
Mutig wurde hier gecodet und designt und wenn man sich den Erfolg am Markt anschaut, wurde dies auch gerechtfertigt belohnt, so dass auch hier das Fazit nur heissen kann: kaufen, wenn noch nicht geschehen!

 
Wertung:
Spielspaß: 6 von 6 Punkten.

Daten:
Plattform: PC (Epic Games)
USK: 18
Publisher: 4A Games

 

Screenshots:

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