Review: „Call of Cthulhu (PC)“

In diesem hochspannenden Detektivspiel sind die klassischen Gruselanleihen eines H.P. Lovecraft eher dünn gesät, aber dafür später im Spiel um so intensiver zu spüren.

Als Detektiv ermittelt der Spieler auf der unheimlichen Insel Darkwater, um herauszufinden, was es mit dem Tod einer dort ansässigen, berühmten Malerin und ihrer Familie auf sich hat.
Selbst noch traumatisiert von seinen Erfahrungen im 1. Weltkrieg, ist der Protagonist hier besonders anfällig für geistige (Ver-)Wirrungen und derer gibt es viele im Spielverlauf. Daher gilt es aufzupassen, nicht den Verstand zu verlieren, welches je nach Entscheidungen, Vorgehensweisen und Ereignissen durchaus passieren kann.

Vorgegangen wird dabei recht klassisch, viele Interviews führen, die richtigen Fragen stellen, auf der Insel herumstöbern – wobei manche Bereiche erst durch Gespräche freigeschaltet werden – und sich mit den Anwohnern gut stellen, so können diese auch behilflich sein, z.B. um finstere Gesellen abzulenken, während der Detektiv nach „Hintertürchen“ eines Gebäudes sucht, das so nun nicht mehr gut bewacht ist, u.v.m.

Kämpfen und schiessen steht nämlich überhaupt nicht zur Debatte und so muss alles mit Geduld und Kreativität gelöst werden…..auch der Umgang mit geisterhaften Begegnungen oder inneren Dämonen.
Die Geschichte spinnt sich dabei immer intensiver und spannender fort und fast gleich den Büchern des berühmten Horror-Autors, wird der Spieler in diese Welt hineingesogen, fast unmerklich. Den hartgesottenen Spielern wird vieles zunächst wie Fleissarbeit vorkommen, doch mitten drin…ohne Vorwarnung, ist man gefangen in der Geschichte und geht richtig mit.
Dafür sorgen auch die sehr stimmungsvollen Grafiken der Landschaften und Orte sowie die Sounduntermalung und der äusserst gelungenen Vertonung der NPCs! Die Figuren wirken hingegen oft wie hölzerne Puppen in ihrer Interaktion, aber das fällt nicht so dramatisch auf.

Was allerdings auffällt, ist, dass das Spiel ab der Hälfte ungefähr dann auf einmal stark nachlässt. Die Atmosphäre ist durchgehend dicht und spannend, aber der Spielverlauf zieht sich dann doch und manche Stelle wirkt etwas aufgesetzt bis abstrus – auch für H.P.L.-Verhältnisse. So ist man zwar bis zum Ende unterhalten, aber nicht mehr so begeistert und engagiert, es verkommt dann etwas zu reiner Arbeit, man will das Ende sehen, um es geschafft zu haben, nicht mehr, weil man sich darauf freut.

Alles zusammen genommen, bleibt aber ein interessantes Spiel mit interessanten, mutigen und auch neuen Ideen, die bei einem weiteren Projekt eben nur weitergehen sollten, um dann auch auf Bestwertungen zu kommen.

 
Wertung:
Spielspaß: 4.5 von 6 Punkten.

Daten:
Plattform: PC (Steam)
USK: 18 [pegi]
Publisher: Focus Home Interactive

 

Screenshots:

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