Review: „Homefront – The Revolution“

In diesem quasi SpinOff des Vorgängers „Homefront“, sind wir ähnlich unterwegs, um den nordkoeranischen Invasoren die Stirn zu bieten und kämpfen mit allen Mitteln für die vermeintliche Freiheit, aber sonst unterscheiden sich die Spiele ziemlich.

Im Jahr 2029 wurde die USA sozusagen annektiert und große Teile aller Städte weitesgehend zerstört. Die Bevölkerung wird unterdrückt und die diktaktorische Schreckensherrschaft der KVA (koreanische Volksarmee) sorgt dafür, dass jedwede Gegenwehr im Keim erstickt wird. Naja, nicht ganz, denn hie und da haben sich Widerstände gebildet, die recht gut organisiert sind und sich sehr wohl wehren und immer wieder Guerilla-Taktiken anweden, um den Invasoren Paroli zu bieten in der Hoffnung auf Dauer ihre Freiheit wieder zu erlangen! Bis dahin allerdings wird sich in Ruinen, U-Bahn-Tunnel und Keller versteckt und Überfälle geplant.


Als Spielheld und Widerstandskämpfer Ethan Brady müssen wir versuchen überall zu helfen und einzuspringen, um Philadelphia von den feindlichen Truppen zu befreien. Natürlich kommen immer wieder weitere Nebenmissionen hinzu, die nicht minder wichtig zu erfüllen sind, so wird doch der Widerstandsführer zu Spielbeginn vor unseren Augen entführt und soll natürlich auch demnächst gerettet werden.
Im Laufe der Story treffen wir dabei auf diverse weitere Helden-Charaktere, die uns zur Seite stehen bzw. weitere Aufgaben vermitteln, so dass eigentlich immer etwas zu tun ist.


Die Story selbst entfaltet sich dann aber auch zum Teil recht mühselig, so gibt es zwar immer wieder zwangsläufig diverse Hinweise auf das Geschehen in der Spielwelt zu entdecken – so entwicklen sich auch spontan Nebenmissionen -, aber direktere Informationen erhalten wir nur in relativ knappen Gesprächen mit „Vorgesetzten“ oder meistens per Funk mitgeteilt. Vieles gilt aber als selbstverständlich und so ergeben wir uns recht bald der allgemeinen Situation und ballern halt im Namen der Gerechtigkeit gegen die schier unendlich scheinenden Gegnertruppen in dem Wissen, dass es schon irgendwo dem Widerstand helfen wird.


Geholfen wird uns dabei auch durch viele in der Stadt verteilten Verstecke, die einerseits Sicherheit bieten, wenn man mal flink untertauchen muss, andererseits auch reichlich Nachschub an Waffen, Munition und Ausrüstung im Angebot haben – richtig „tolle“ Sachen gibt es da dann in sogenannten Shops zu kaufen, denn für jede erfüllte Mission erhalten wir auch Geld – etwas widersprüchlich im Sinne des „gemeinsam mit allen Mitteln gegen den Feind“, aber gut, der Sammeleffekt muss ja irgendwie bedient werden^^.


Zumindest ist aber die Freiheit in Sachen Bewegung, trotz Invasion^^, gegeben, denn die Stadt läßt sich ziemlich frei erkunden und gibt damit auch ein positives Spielgefühl wieder. Natürlich patroullieren überall die Feinde, allerdings in unterschiedlicher Stärke und Wachsamkeit, denn einige Bereiche der Stadt sind mehr oder weniger wichtig für die nordkoreanischen Besatzer, daher gibt es auch eine Einteilung in grüne, gelbe und rote Zonen. Dies wird gleich zu Anfang geklärt und läßt sich auch über Kartenmaterial ersehen und so ergeben sich dann auch unterschiedlich intensive Auseinandersetzungen bzw. Aufgaben.


So wird es im Laufe des Spiels z.B. sehr wichtig Funkmasten zu „befrieden“, damit diese im Sinne des Widerstands senden und somit die Zivilbevölkerung informieren und vor allem motivieren können zu bestimmten Zeitpunkten ebenfalls Waffen in die Hand zu nehmen und sich zu wehren.
Auch dafür gibt es Belohnungen und so mehrt sich die Heldenausrüstung nach und nach und enthält bald auch so geniale Utensilien, wie Hacktools, diverse Bombenarten und das im Vorfeld schon beworbene, ferngesteuerte Modellauto, welches sich ebenfalls für verschiedene Zwecke ausrüsten läßt.
Natürlich können auch die Waffen aufgewertet werden und bessere Kleidung schützt und tarnt den Protagonisten.


All diese hilfreichen Zusätze wollen auch oft und gut genutzt werden, denn die Besatzer sind zäh und einen Solo-(Nah-)Kampf überlebt man nicht lange!
Da heisst es abwarten und aus einem Versteck heraus anzugreifen bzw. Fallen bauen und nutzen, um Konvois lahm zu legen und Feindsoldaten zu verwirren und auszuschalten.
Für die Fortbewegung wird man sich meist auf die zwei eigenen Füsse verlassen müssen, die Strecken sind oft lang (und teils „weilig“^^) und für das einzige motorisierte Fortbewgungsmittel, dem Motorrad, häufig zu wirr, eng und mit zu vielen Hindernissen bebaut.


Die Steuerung an sich ist klassisch, shooter-typisch, frei belegbar, aber manchmal etwas ungenau, gerade bei den vielen Kletterpartien muss ein Sprung auf die nächste Mauer öfters angegangen werden – wir müssen häufig über Dächer laufen, um zu einem Ziel halbwegs unbeschadet zu gelangen.
Grafisch wird solide Kost geboten, alles ist sehr detailliert gestaltet, allerdings findet sich die „bunte“ und thematisch gesehen „schöne“ Welt nicht so oft wieder, wie auf diversen Screenshots angedeutet wird. Texturen, etc. sind allesamt gut, aber die weitläufigen Ruinenlandschaften wirken, zweckbedingt, sehr trist und monoton auf Dauer. Es gibt dabei durchaus echte Hingucker, aber vieles wiederholt sich einfach.
Die Soundkulisse und Sprachausgabe ist dagegen sehr atmosphärisch, fehlerfrei und gut umgesetzt!

Der Multiplay-Part ist ziemlich spannend und motivierend, denn im 4er-Koop-Modus werden verschiedene Szenarien angegangen und dabei sollten die Spieler verschiedene Rollen übernehmen (Hacker, Beobachter, etc.) und so gemeinsam die Ziele erfüllen, um danach die Talentbäume (nur im Multiplayer!) entsprechend aufzuwerten.

Insgesamt liegt hier ein recht cooles Spiel vor, mit modernem Design und durchaus spannendem Thema! Es hätte aber hie und da gerne mehr sein dürfen, mehr nextgen-Gfx., mehr Inhalt, mehr Story-„Treiben“, mehr Abwechslung konsequenter umgesetzt halt. Das Spiel darf aber durchaus angeschafft und ausprobiert werden und vllt. wird durch kommende Zusätze etwas mehr Pepp serviert^^.

 
Wertung:
Spielspaß: 4 von 6 Punkten.

Daten:
Plattform: PC
USK: 18
Publisher: Deep Silver

 

Screenshots:

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