{"id":37620,"date":"2025-01-02T19:41:14","date_gmt":"2025-01-02T17:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heimspiele.info\/HP\/?p=37620"},"modified":"2025-01-02T19:41:14","modified_gmt":"2025-01-02T17:41:14","slug":"kendi-newsletter-fuer-nuernberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heimspiele.info\/?p=37620","title":{"rendered":"Kendi-Newsletter f\u00fcr N\u00fcrnberg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie w\u00e4re es, wenn\u2026?<\/strong><\/p>\n<p>Was am Spieleerfinden immer wieder faszinierend ist, sind die kleinen Details. Details, die aus einem mittelm\u00e4\u00dfigen Spiel pl\u00f6tzlich ein gutes machen, oder aus einem guten ein au\u00dferordentliches. Details, die man oftmals sucht und sucht und einfach nicht findet. Man wei\u00df, dass &#8222;es&#8220; da ist, aber man sieht es einfach nicht, wie den ber\u00fchmten Wald vor lauter B\u00e4umen. Sehr hilfreich ist dann mitunter die Frage &#8222;Wie w\u00e4re es, wenn&#8230;?&#8220;, also die Einnahme eines anderen Blickwinkels. <\/p>\n<p>So war es auch im Fall von Blanco.<br \/>\nR\u00fcckblick: Vor etwas mehr als zwanzig Jahren trat ein Kartenspielgenre seinen Siegeszug durch die Spieleregale an \u2013 die so genannten Golf-Variationen. Golf ist ein klassisches Spielprinzip, das man mit herk\u00f6mmlichen Rommeekarten spielt und das vor allem in den USA \u00fcberaus popul\u00e4r ist. Es gibt zahllose Varianten. Allen gemein ist das verdeckte Kartenraster, das nach und nach aufgedeckt wird, wobei man versucht, die eigene Punktzahl immer mehr zu reduzieren. Am Ende wird das Raster dann abgerechnet. Eine sehr interessante Zusammenfassung der klassischen Golf-Varianten findet sich hier: <a href=\"https:\/\/www.pagat.com\/draw\/golf.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/www.pagat.com\/draw\/golf.html<\/a><\/p>\n<p>Die erste an Golf angelehnte Ver\u00f6ffentlichung war hierzulande 2002 wohl Biberbande von Amigo, vorher als rat-a-tat CAT in den USA erschienen. Einige Jahre sp\u00e4ter folgten dann Cabo, Skyjo, Hilo, Allegra, Zebra und Allegra Grande. Auf dem internationalen Markt gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Titel.<\/p>\n<p><strong>Angelehnt ans Golf-Prinzip:<\/strong><br \/>\nKarten werden offen in ein verdecktes Raster gelegt. Ich bin mir sicher, dass die allermeisten Autoren schon mal versucht waren, auch etwas in diesem Genre zu kreieren. So war es auch bei mir. Einfach sollte es sein, fluffig, eben f\u00fcr jedermann, aber trotzdem viele M\u00f6glichkeiten bieten. Tja, ich muss es zugeben, es hatte nur m\u00e4\u00dfigen Erfolg. Sonderkarten, Doppelz\u00fcge, im Raster der anderen etwas ver\u00e4ndern, spezielle Punktekarten \u2013 es war nicht \u00fcberzeugend. Zu z\u00e4h, zu unspannend, zu kompliziert, zu \u00e4hnlich wie. Es war lange Zeit frustrierend. Bis ich mich dann fragte&#8230;<br \/>\nWie w\u00e4re es, wenn\u2026  es \u00fcberhaupt keine Siegpunkte g\u00e4be?<br \/>\nWie w\u00e4re es, wenn\u2026  es schlicht und einfach darum geht, das eigene Raster als Erster abzur\u00e4umen?<br \/>\nEin lupenreines Wettrennen also.<br \/>\nUnd zack &#8211; das war&#8217;s! Der Durchbruch. Eines f\u00fchrte rasch zum anderen. Die spielmechanische L\u00f6sung, die die Reihen verschwinden l\u00e4sst, fand sich im Zerteilen des Abr\u00e4umens in senkrecht und waagerecht. Senkrecht r\u00e4umt man ausschlie\u00dflich mit gleichen (Blitz)Farben ab, waagerecht mit gleichen Zahlen. <\/p>\n<p><strong>Eine Kettenreaktion:<\/strong><br \/>\nErst waagerecht abr\u00e4umen!<br \/>\nGleiche Zahlen.<br \/>\nDann senkrecht abr\u00e4umen!<br \/>\nGleiche Blitzfarben.<\/p>\n<p>Aus einem einzigen Raster wurden schlie\u00dflich zwei. Zuerst ein kleines, 3&#215;3, die Vorspeise, um in Fahrt zu kommen, dann ein gr\u00f6\u00dferes, 4&#215;3, das Hauptgericht. Ein befreundeter Autor sagte beim Testspielen: &#8222;Es ist faszinierend zu sehen, wie sich alles, was am Anfang ausliegt, am Ende in Luft aufgel\u00f6st hat.&#8220; Genau so ist es. Reihe f\u00fcr Reihe wird abger\u00e4umt. Man hat st\u00e4ndig Erfolgserlebnisse.<br \/>\nUnd es bleibt dabei immer spannend bis zum Schluss. Da Kettenreaktionen besonders belohnt werden, kann man urpl\u00f6tzlich noch mal ein bisschen Gas geben und aufholen \u2013 bis dann schlie\u00dflich alles absolut blanco ist.  <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.heimspiele.info\/HP\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/kendi1.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<strong>Blanco<\/strong><br \/>\n<em>von Roberto Staupe<br \/>\n2 \u2013 5 Personen ab 8 Jahren<br \/>\nSpieldauer ca. 20 Minuten<br \/>\nIllustrationen: Oliver Freudenreich<br \/>\n120 Spielkarten, 1 Spielanleitung<\/em><\/p>\n<p><strong>Darf\u2018s noch etwas Klassisches sein?<\/strong><br \/>\nAuch Steffen Benndorf greift, gemeinsam mit seinem Sohn Florian, in seinem neuen Werk ein klassisches Spielprinzip auf \u2013 eines aus der Fr\u00fchzeit der Computer. Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an das gute alte Snake, bei dem man mit der Tastatur eine Schlange \u00fcber den Monitor steuern musste. Die Schlange wurde mit der Zeit immer l\u00e4nger und der zur Verf\u00fcgung stehende Platz immer eingeschr\u00e4nkter. Genau darum geht es auch bei Linyo, nur vierfach sozusagen. Die Entwicklung von Linyo war in doppelter Hinsicht besonders. Zum einen ist es das erste Spiel, bei dem die Grundidee nicht vom Papa, sondern von Florian stammt. So ging es bei der Spielentwicklung dann auch darum,  den Entwurf des Sohnes zu perfektionieren, ohne dabei die Grundidee zu sehr zu ver\u00e4ndern. Es dauerte einige Wochen, dann war Linyo (eigentlich) fertig. Ein wirklich feines Spielchen! Einfach zu erkl\u00e4ren, aber schwierig zu meistern. Wie schafft man es, mit seinen 4 Schlangen das Spielfeld optimal zu f\u00fcllen und dabei den Mitspielern die verschiedenen Bonuspunkte vor der Nase wegzuschnappen? Eine reizvolle Aufgabe, die auch den Autoren immer wieder gro\u00dfen Spa\u00df machte. Doch dann kam ein bitteres (und \u00e4u\u00dferst \u00fcberraschendes) Erwachen.<\/p>\n<p>Es war nicht etwa so, dass das Spiel zu schwer war oder zu viel Material ben\u00f6tigte. Ganz im Gegenteil, der Ablauf war sofort eing\u00e4ngig und die Spielregel eine der k\u00fcrzeren im Kendi-Programm. Allerdings funktionierte das Spiel ganz h\u00e4ufig nur dann, wenn gleichstarke Spieler miteinander spielten! Sobald erfahrene Spieler gegen Neulinge antraten, geriet das Spiel gerne mal aus seiner Balance.<br \/>\nKurioserweise waren es dabei nicht die erfahrenen Spieler, die das Spiel problemlos dominierten, sondern die Spielweise der Neulinge f\u00fchrte zu Situationen, in denen die Profis chancenlos waren. Unter ge\u00fcbten Spielern konnte man nur gewinnen, indem man gut vorausplante und die vorhandenen W\u00fcrfelergebnisse strategisch optimal ausnutzte. Doch Linyo-Neulinge schauten nicht auf langfristige Optimierung. Sie waren vollauf damit besch\u00e4ftigt, sich auf den eigenen Pfaden nicht zu verirren \u2013 und so endete eine Partie mitunter schneller, als einem Profi lieb sein konnte.<br \/>\nProfis hatten eigentlich nur dann eine Chance, wenn sie die Spielweise  der Neulinge kopierten und eben nicht auf optimale Ausnutzung des gesamten Spielfeldes abzielten \u2013 was jedoch die Grundidee des Spiels praktisch auf den Kopf stellte. Wie unbefriedigend und entt\u00e4uschend! Also musste etwas ver\u00e4ndert werden.<br \/>\nDie L\u00f6sung lag, wie so oft, in einer konsequenten Reduzierung auf des Wesentliche \u2013 versehen mit einem klitzekleinen zus\u00e4tzlichen Pfiff. Weg von vielen Punkten f\u00fcr optimierte Wege, hin zur einfachst m\u00f6glichen Wertung. Es gewinnt nun derjenige Spieler, der die meisten Felder erreicht hat. Fertig!<br \/>\nUnd anstelle von Bonuspunkten gibt es nun hin und wieder eine kleine Belohnung in Form eines geschenkten Feldes, falls der eigene Zug auf einem Stern endet. Zunehmende Spielerfahrung sorgt so zwar f\u00fcr bessere Ergebnisse, aber stets ohne Neulinge dabei zu deklassieren. Und wenn Neulinge wieder mal ein vorzeitiges Ende herbeif\u00fchren, wirft es nicht alles \u00fcber den Haufen.<br \/>\nGro\u00dfartig! So macht es Spa\u00df und funktioniert immer! Ein Spiel f\u00fcr wirklich jedermann \u2013 genau so wie ein ideales Kendi-Spiel sein muss!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.heimspiele.info\/HP\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/kendi2.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<strong>Linyo<\/strong><br \/>\n<em>von Florian und Steffen Benndorf<br \/>\n2 \u2013 6 Personen ab 8 Jahren<br \/>\nSpieldauer ca. 15 Minuten<br \/>\nIllustrationen: Christian Opperer<br \/>\n1 Spielblock, 4 W\u00fcrfel, 4 Stifte<br \/>\n1 Spielanleitung<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie w\u00e4re es, wenn\u2026? Was am Spieleerfinden immer wieder faszinierend ist, sind die kleinen Details. 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