Seite 1 von 1

Knätsel?!

Verfasst: 09.04.2015 00:25
von MrSkull
Ratespiel für 3-6 Spieler ab 10 Jahren von Klaus Teuber.

Die Spieler müssen mit Hilfe von Knetmasse Gegenstände formen, deren wahre Gestalt die Mitspieler erraten sollen (Rätsel aus Knete = Knästsel^^).


Spielvorbereitung:
Der Spielplan kommt in die Tischmitte und der einmalig zusammengesetzte Ratetrichter (passt danach wunderbar in die entsprechende Vorrichtung des Plastikinlays im Karton) in dessen Mitte.
Die Knetunterlagen (samt Fragehilfestellungen^^) werden an die Spieler verteilt, welche sich zudem noch ihre Knet-Farbe aussuchen und die passende Knetmasse erhalten sowie 1 Ratestein, 2-3 Hinweisscheiben (je nach Spielerzahl), die Spielfigur (welche auf das Startfeld (s. gr. Pfeil) gestellt wird) sowie 2-3 Lösungszettel (je nach Spielerzahl) und einen Stift (nicht inkludiert).

Nun kreiert jeder Spieler 2-3 Knätsel (je nach Spielerzahl) und platziert je eines auf ein freies Knätselfeld (je umgeben von 8 kleinen Feldern) auf dem Spielplan und legt eine Hinweisscheibe seiner Farbe auf dem Startfeld, der das Knätselfeld umgebenen Hinweisfelder, ab. Zu jedem Knätsel schreibt der Spieler die Lösung auf die Rückseite eines Lösungszettels und schiebt diesen dann verdeckt ca. zur Hälfte unter den Spielplan am passenden Knätselfeld, so dass nun vom Zettel die nummerierten Buchstabenfelder (1-5) noch zu sehen sind - hier können später Buchstaben notiert werden, die zur Lösung beitragen.

Die Gestaltung eines Knätsel sollte dabei (je nach kreativem Einfallsreichtum und Können^^, siehe dazu auch die Vorschläge der Übersichten) nicht zu deutlich, aber auch nicht zu unkenntlich vollzogen werden. Also nicht mit Gravurmesser noch die feinsten Konturen auftragen^^, aber auch nicht einfach nur einen Klops hinlegen, irgendwo dazwischen, so dass mit gezielten Fragen das Objekt auch erraten werden kann.


Spielziel:
Als Erster das Zielfeld zu erreichen!


Spielablauf:
Der aktive Spieler wählt ein Knätsel eines Mitspielers und schiebt dessen Hinweisscheibe um ein Feld im Uhrzeigersinn weiter und gelangt so auf ein Aktionsfeld. Entsprechend der dort gegebenen Möglichkeit stellt er Fragen oder verlangt Hinweise. Dann kann er das Knätsel auflösen oder seinen Zug erstmal beenden, woraufhin der nächste Spieler im Uhrzeigersinn folgt.

Die Hinweisfelder:

- Weißes Hinweisfeld ("??"); der Spieler darf hier bis zu 2 Fragen stellen, die sich vom Gestalter des Knätsels mit "Ja" oder "Nein" beantworten lassen. Dabei darf nicht direkt nach dem Lösungswort oder einem bestimmten Buchstaben gefragt werden (Bsp.: Ist das ein Auto? Ist der erste Buchstabe ein Q? Zulässige Fragenbeispiele finden sich auch auf den Übersichten).

- Graues Hinweisfeld ("ABC"); hier fordert der Spieler den Gestalter auf einen bestimmten Buchstaben (deutlich) zu nennen. Zur Wahl stehen dabei die ersten 5 (sofern soviele vorhanden) Buchstaben und dafür sind die 5 Buchstaben(unterstrich)plätze auf den Lösungszetteln gedacht. Zum Beispiel kann nach dem 2. Buchstaben gefragt werden und dieser wird dann auf Position "2" des Lösungszettels eingetragen.

- Weiss-graues Hinweisfeld ("??"/"ABC"); hier dürfen entweder bis zu 2 Fragen gestellt oder nach einem Buchstaben gefragt werden.

Hat der aktive Spieler seine Antwort(en) erhalten, folgt der nächste Spieler und führt seinerseits entsprechend eine Aktion durch.

Die Antworten sollte man sich immer gut merken (die Mitspieler hören ja mit) und bei einer Erleuchtung, darf jederzeit ein Knätsel gelöst werden - dabei muss es sich nicht um das gerade befragte Knätsel handeln.

Wer sich traut, ruft laut "Lösung" und wirft seinen Ratestein in den Trichter. Sind hier mehrere Spieler gleichzeitig aktiv, entscheidet die Reihenfolge der aus dem Trichter unten herauspurzelnden Steine, wer zuerst seine Lösung preisgeben darf.
Ist der Lösungsvorschlag falsch, muss die Spielfigur(!) um soviele Felder zurückgezogen werden, wie auf dem aktuellen Feld rote Pfeile abgebildet sind und der evtl. nächste Spieler versucht sich an der Lösung.
Ist der Lösungsvorschlag richtig, zieht die Spielfigur(!) um soviele Felder vor, wie auf dem aktuellen Feld grüne Pfeile abgebildet sind.
Der Gestalter darf bei richtigem Erraten des Objekts ebenfalls seine Figur vorziehen und zwar um soviele Felder, wie neben dem Hinweisfeld des gelösten Knätsels steht, auf dem die Hinweisscheibe gerade liegt.

Das genannte Lösungswort muss dabei immer exakt mit dem Wort auf dem Lösungszettel übereinstimmen (Bsp.: "Falter # Schmetterling", "Karotte # Rübe")!
Um dies genauer einzugrenzen, sind eben die Buchstabenanforderungen da.

Nach den Lösungsversuchen erhalten die Spieler ihre Ratesteine zurück.


Spielende:
Das Spiel endet sofort, wenn ein Spieler das Zielfeld erreicht bzw. überschreitet und damit das Spiel gewinnt, oder wenn ein Spieler an die Reihe kommt und in dem Moment ALLE Knätsel der Mitspieler bereits gelöst wurden. Dann gewinnt, wer mit seiner Figur am weitesten vorne steht.


Fazit:
Laut Pressetext kehrt der große Autor Teuber mit "Knätsel?!" zu seinen Wurzeln zurück und in der Tat kann man einige Parallelen zu "Barbarossa" erkennen.
Spielidee und -umsetzung sind auch gelungen, doch der richtig große Wurf ist es vom Erfolgsverwöhnten Klaus Teuber nicht so ganz geworden.

Catan scheint ausgemolken und Norderwind wartet auf seine Erweiterung, da darf mal wieder ein seichteres Familienspiel her. Und "Knätsel?!" macht auch richtig Spaß, wenn die Besetzungsrunde stimmt und alle Beteiligten auch Spaß am geschickten Gestalten haben. Die Idee der Hinweisfelder ist dabei pfiffig wie simpel und passt sich sehr gut ins Spielgeschehen ein, macht es das Spiel doch sehr interaktiv und fordert laufend alle Spieler gut aufzupassen.
Somit werden die Wartezeiten bis zum eigenen Zug, nicht als solche wahrgenommen.

Der Wettlauf zum Zielfeld bringt denn auch die Motivation mit, selbst wenn man nicht so zufriedenstellend geknetet hat, da durch das offene Fragen und Raten ja jeder jederzeit Hinweise bekommen und so auch im Zug anderer Spieler punkten kann.

Aber schlussendlich wiederholt sich das Prozedere doch zu sehr, um als Spielekracher durchzugehen und vieles hängt auch von der Kreativitätslustigkeit der Mitspieler ab. So braucht es schon einige Versuche bzw. Spiele, um ein Gefühl zu bekommen, wie genau oder ungenau (sofern talentiert^^) man kneten sollte, um das Spiel aufrecht zu erhalten und nicht zu leicht oder gar unmöglich.

Spiel und Materialqualität (abgesehen von den fehlenden Stiften) sprechen für Autor und Verlag, Innovations- oder Spielepreise sieht man aber nicht am Horizont.




weiterführende Hinweise:
- Verlag: Kosmos
- BGG-Eintrag: https://boardgamegeek.com/boardgame/172164/dohdles
- HP: http://www.kosmos.de/produktdetail-909- ... tsel-7652/
- Anleitung: deutsch
- Material: bis auf die Übersichten, sprachneutral
- Fotos: HP/?p=11012
- Online-Variante: -