Review: „Pathfinder: Kingmaker (PC)“

„Pathfinder: Kingmaker“ ist das erste klassische Rollenspiel, das auf dem Pathfinder-Universum basiert und es wird im Spiel auch wirklich alles gemäß dem P&P und den Brett-/Kartenspielen per Würfel berechnet. Aufgesetzt wurde die Isometrie eines Baldurs Gate sowie das Grafikgerüst – natürlich etwas moderner^^. Überhaupt erinnert so viel im Spiel an die guten alten RPG-Zeiten, dass sich ein jeder „alte Hase“ sofort wohlfühlt!

Der Spieler wird hier auch gleich in die Geschehnisse hineingeworfen und muss erstmal kleinere Scharmützel und längere Gespräche über sich ergehen lassen, um dann mit dem Auftrag die Raublande zu befrieden und zu besetzen ans Eingemachte zu gehen. Im Wettlauf gegen einen hinterhältigen NPC gilt es den Räuberhauptmann in den benannten Waldgebieten zu erledigen und dann selbst zum Baron ernannt zu werden und fortan die Zügel der Macht in diesen Landen in den Händen zu halten.

In einem (zwar) großzügig bemessenen Zeitrahmen wollen diese und andere Aufgaben dann auch immer angegangen und gelöst werden, so dass dem Spieler schon ein gewisser Druck vermittelt wird.
Der generelle Schwierigkeitsgrad ist angemessen bis gediegen, aber nie wirklich hart. Es fehlen nur (ganz klassisch) diverse Hilfen, an die sich die Spielergemeinschaft derweil bequem gewöhnt hat und es muss mal wieder richtig mitgedacht und nachgehalten werden – viele Informationen aus Gesprächen sollten gemerkt oder notiert werden, damit auch später noch klar ist, was wie wo genau unternommen werden muss, um den oder das zu besiegen oder zu finden, etc.
Auch die Kämpfe sind kein simples (Auto-)Geklicke mehr, sie wollen wohl bedacht und an die mitstreitenden Kämpfer angepasst sein und auch öfters mal wiederholt werden – viele Speicherstände gehörten schon immer zu den CRPGs^^.

Ist die erste große Aufgabe gemeistert, gehören die ehemaligen Raublande dem Spieler und sind damit unter seiner Kontrolle, d.h. aber auch, dass er sich um sie kümmern muss. Dazu werden Audienzen abgehalten, Berater eingesetzt (z.B. eigene Gefährten) und Missionen ausgeführt, die sich direkt auf das Wohl aller dort auswirken. Ebenfalls Auswirkungen haben die Bauten, die beauftragt werden können, um Städte und Dörfer zu vergrössern, wenn die dortigen Produktionsgebäude z.B. entsprechend miteinander verbunden/verzahnt sind.
Damit wird „P:K“ aber nicht zum Städtebausimulator, frischt das CRPG-Genre aber gewaltig auf. Das so wachsende (eigene) Königreich weitet sich auch durch Missionserfolge aus und zieht auch wanderndes Volk und spezielle Handwerker an, wenn entsprechende Gebäude gebaut wurden.

Ladeschirm-geschwängert wechselt der Spieler so dann immer wieder zwischen Abenteuern und Regentschaftsangelegenheiten hin und her und kümmert sich hier wie dort, um allerlei Probleme und Herausforderungen. So spinnen sich auch nach über 40 Stunden (ungefähr knapp die halbe Spielzeit) immer noch mehr Intrigen und Ereignisse durch die neidischen Nachbarn, herumlungernden Trollhorden, Flüchen und vielem mehr zusammen, um dem Spieler viel Abwechslung zu bieten.

Solange man sich im klaren ist, hier gemächlich vorzugehen und sich der alten Tugenden bewusst zu werden, wird man mit einem grandiosen Spielerlebnis alter^^ Güte belohnt und kann sorgenlos in diese sehr tiefe Geschichte eindringen, bei der die Macher es wahrlich geschafft haben, wirklich alles miteinander zu verweben – wenn auch oft sehr anspruchsvoll!

 
Wertung:
Spielspaß: 5 von 6 Punkten.

Daten:
Plattform: PC (Steam)
USK: 12
Publisher: Owlcat Games

 

Screenshots:

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