Review: „Hero Defense: Haunted Island (PC)“

Ein Tower Defense – Spiel ohne Türme?
Jipp, stattdessen platziert man Heldenfiguren, die sich hin- und herbewegen können und zudem an Erfahrung sammeln und immer stärker werden!

In der Insel-Welt des oberbösen Vampirs Necrosis, gilt es für den Spieler Level um Level Horden von Untoten zu besiegen, indem der Held „Jack“ geschickt an den Zugängen der jeweiligen Ortschaft platziert wird und die anstürmenden Zombies, Mutanten und Skelette abwehrt.
Mit seiner Armbrust weiss er sich denn auch gut zu wehren, doch die allein wird auf Dauer nicht ausreichen, daher kommen nach und nach weitere Helden hinzu, die ihn bei dem endlosen Kampf unterstützen werden.

Doch zunächst wird der Spieler erst einmal mit der Spielwelt vertraut gemacht, nicht auf die sanfte Art zwar, denn er muss sofort kämpfen, aber dafür mit eher simpel zu bewältigendem Ansturm. Vernachlässigt werden dabei allerdings die Steuerungsinformationen, es wird zwar deutlich gemacht, dass der (aktivierte!) Held sich via Rechtsklick zu einem Zielpunkt bewegt, aber z.B. die Tastaturkürzel bleiben aussen vor, dabei ist man per Tastendruck wesentlich sicherer unterwegs.
Zum einen kann man hier schneller reagieren und zum anderen ist die Mausabfrage öfters recht träge, so muss mehrmals auf das Heldenportrait oder die Heldenfigur geklickt werden, damit dieser auch wirklich aktiviert ist.

Gewöhnen muss man sich bei diesem ungewöhnlicheren TD-Konzept auch gleich an die unterschiedlichen Bewegungsgeschwindigkeiten der Helden. So läuft „Jack“ noch recht fix, aber schon der zweite dazustossende Held „Barrows“, kommt, als alter Mann, nicht so flink vorwärts. Dadurch ergeben sich diverse taktische Vorüberlegungen, wann dieser wohin geschickt wird und ob es sich lohnt der Weg zu nehmen bzw. ob er nicht gleich an anderer Stelle, wartend, positioniert wird.
Dafür kann „“ dann auch die Monster einfrosten und damit verlangsamen – dies ist an vielen Stellen auch dringend nötig. Zwar gibt es auch hie und da Zaubersprüche, die einmalig genutzt werden können, wie z.B. Feuerbälle oder eben auch Eisbälle, aber die halten nicht lange vor.

Während also die untoten Gegnerwellen auf teils mehreren verschiedenen Wegen (im Laufe des Spiels) durch den Level brausen, müssen die Helden eingangs platziert und danach immer wieder umhergescheucht werden, damit sie auch ja alle Untoten eleminieren können. Denn das klassische Ziel der Gegner (hier die Stadttore) hält nur 5 Schadenspunkte (gleich Anzahl Monster) aus! Sinkt die Zahl auf 0, ist der Level augenblicklich beendet.

Helden einzusetzen ist zu Beginn des Levels gratis, i.d.R. startet man mit 1-2 Helden, danach müssen erst eine bestimmte Anzahl Monstren um die Ecke gebracht worden sein, um so „Orbs“ einzusammeln, die Level-Währung, die es erlaubt Beschwörungen durchzuführen, also weitere Helden einzubringen (100 Orbs) oder stufenweise die Spezialfähigkeiten (100-X) der Helden zu aktivieren.
Hier kommt der RPG-Aspekt ins Spiel, denn die Helden können zwischen den Kämpfen in der Stadt aufgelevelt werden, so denn sie über entsprechend ausreichend Erfahrunspunkte verfügen. Da gibt es dann nicht nur einen Skill-Baum, der die generellen Fähigkeiten der Helden verbessert und ausweitet, sondern auch eine Schmiede, die es ermöglicht, Runen in die Waffen einzusetzen. Ob nun in der Armbrust von „Jack“ oder in „Barrows“ Stab, es gibt Platz für bis zu 10 Runen (2 Reihen a 5). Da kann die Geschwindigkeit, die Stärke, die Sichtweite, usw. beeinflusst werden und bestimmte Runen werden dann nämlich aktiviert, wenn durch oben erwähnte Aufladung des Helden dessen Spezialfähigkeit ausgelöst wird.

Die Level sind allesamt recht trickig gestaltet und so kommen auch bald Inselteile, die nur eingeschränkte Sicht bieten bzw. nur begrenzten Platz, um die Helden überhaupt zu platzieren, da gilt es wohl zu überlegen – oder meistens eher den Level mehrmals zu spielen, bis man dessen Ablauf auswendig kennt^^.
Da helfen dann die später hinzukommenden Helden, wie der kleine „Sam Hain“, der mit seinen explodierenden Kürbissen für begrenzten Flächenschaden sorgt oder „Jane Doe“, die mutig mit ihrem Kampfstock in die Horden hüpft und sich denen im Nahkampf stellt. Richtig „gut drauf“ ist dann auch der letzte Held, der der wagemutigen Truppe helfen wird, „Wylde Haldblood“, denn zur Hälfte Werwolf, weiss auch er sich gut im Nahkampf zu erwehren.

Somit gilt es die anfängliche Wahl der Helden verschiedenlich zu testen, wenn gleich mehrere zur Verfügung stehen, um nicht gleich zu Beginn eines Levels von den Horden überrannt zu werden (gegen Skelette hilft z.B. Barrows sehr gut mit seinen „heiligen“ Schüssen), sowie deren Ausstattung, also welche Runen sich am besten ergänzen und natürlich, welche Skills es sich lohnt am ehesten auszubauen – wobei dies gerade für die Hälfte des Spiels keine große Rolle spielt, da das Verbessern der Skillpunkte mit dem Ausbau der hierfür nötigen Akademie konform geht und für die müssen reichlich Gold und u.U. Edelsteine gesammelt werden. Daher ist man schnell an der Skillgrenze angekommen und wartet erst, bis man wieder genug Bonität vorweisen kann. Es bleibt zu hoffen, dass es hier keine P2W-Ambitionen seitens der Entwickler gibt, im Zusammenhang mit dem Multiplayer-Part (der übrigens Anfang Februar, zusammen mit der Community, genauer getestet werden wird).

Eine weitere Notwendigkeit ist das Ausbauen der Stadthalle, denn auf Dauer wird man die Hilfe der Stadtbewohner brauchen, die via „Ansturm“-Fähigkeit in den Level ab und an zur Verfügung stehen und deren Stärke eben vom Status der Stadthalle abhängt. Zudem muss in so manchen Level die eine oder andere Hütte verteidigt werden, bevor sich die Monster deren Bewohner schnappen – Anwohner, die dann fehlen, um eine schlagkräftige Truppe aufstellen zu können!

So bastelt der Spieler also in der Stadt vor sich hin, wenn er über genügend Ressourcen verfügt, und kämpft sich Level für Level in der Inselwelt voran, um irgendwann auch dem Boss gegenüber zu stehen. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg und „Jack“ wird eine lange Weile Geduld üben müssen, bis er sich an seinem Vater(!) rächen kann!
Um die jeweils story-relevanten Level freizuschalten, müssen häufig schon gespielte Level auch auf einem höheren Schwierigkeitsgrad wiederholt werden, um die nötigen Erfahrungspunkte zum Aufleveln zu sammeln und genug Ressourcen zum Ausbau der Stadt zu erhalten. Bis dahin bleiben die nächsten Level einfach verschlossen!

Loben muss man auf jeden Fall die detailverliebte Grafik, die generell sehr schickt herüberkommt und die durchgehend sehr gute Vertonung aller Story-Texte!
Die Steuerung wie gesagt wäre noch etwas verbesserungsfähig, um der recht bald aufkommenden und anhaltenden Hektik besser Herr zu werden.
Der Schwierigkeitsgrad wird dann ab der Hälfte des Spiels ziemlich knackig und kann für so manche Frust-Zahnabdrücke im Tisch sorgen, da benötigt es viel Ausdauer und genaues Auseinandersetzen mit dem jeweiligen Levelaufbau und den Heldenmöglichkeiten.

Rundum ist das Projekt aber durchaus gelungen und mit den „beweglichen Türmen“ frischer Wind ins Genre gebracht worden!

 
Wertung:
Spielspaß: 5 von 6 Punkten.

Daten:
Plattform: PC (Testsystem: Intel Xeon 3.3Ghz, 16GB RAM, nVidia GF680GTX, Win 10 64bit), STEAM
USK: 12
Entwickler: Happy Tuesday

 

Screenshots:

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