Review: „Battlefield Hardline (PC)“

Nach diversen großen Kriegseinsätzen folgt nun die Polizei.
Die Battlefield-Serie macht einen Schlenker weg von den vielen durchlebten Kriegsschauplätzen hin zu, in 10 Episoden aufgeteilten, Polizeieinsätzen im ganz normalen Großstadtwahnsinn.

Unser Held agiert, samt Partnerin, als knallharter Cop auf der Jagd nach Drogendealern und -bossen und muss dabei nicht nur die Pistole, sondern auch so manch anderes Polizeiwerkzeug benutzen, um die verschiedenen Fälle zu lösen. Denn hier ist nicht immer nur stures Ballern gefragt, häufig wollen Unterlagen gefunden und Beweismaterialien untersucht werden. Nach und nach ergeben sich dann die nötigen Bilder, um einen Fall zu durchschauen und abzuschliessen – Episode für Episode.


Der Inhalt der Solo-Kampagne ist in ca. 6-9 Stunden gespielt, je nach Erfahrung des Spielers. Die Zeit verbringt man aber durchaus unterhaltsam, wenn hie und da auch manche Kleinigkeiten etwas wirr wirken und nicht 100% zu Ende gedacht, so will das Spiel ja nur eines, den Spieler durch eine spannende Story führen und wie in den – von der Aufmachung her an diese angelehnten – Cop-TV-Serien muss nicht immer alles stimmen, wenn die Folge am Ende Spaß gemacht hat.

Da gehören so schlichte Momente, wie das Zusammenfassen aller gefundenen Beweise genauso dazu, wie die Ballerei in der nächsten Lagerhalle oder das Vorbeischleichen an Gangstern im Wohnviertel. Ab und an wird auch ein spezieller Scanner eingesetzt, der auf Entfernung Personen belauschen und für eine Verfolgung markieren kann und zugleich Beweise entdeckt (per tiefem Brummen gibt er Bescheid^^) und eben scannt.
Gadgets gibt es hier sowieso einige – die meisten wollen erst durch erfolgreiche Einsätze freigeschaltet werden -, wie z.B. auch den Tazer, mit dem sich die Bösewichter recht leicht überwältigen lassen, wenn man nah genug herankommt. Dann aber wird auch der Einsatz der Polizeimarke eher gefordert sein, denn mit dem Vorhalten derselben, lassen sich bis zu 3 Gangster in Schach halten. Bei zusätzlich gezückter Pistole und abwechselndem Anvisieren, kann man die bösen Buben dann auch überwältigen und in Handschellen legen.

Das dieses Prozedere fast immer funktioniert, ist mancher Situation nicht angemessen, aber zum einen müssen Polizisten ja erstmal „den normalen Weg“ versuchen und nicht gleich losballern und zum anderen haben auch Drogenbosse, nebst Hundertschaften an Helfershelfern, in so einigen Fernsehserien schnell die Waffen gestreckt beim Anblick einer Polizeimarke *G* [„Straßen von San Francisco“ jmd.?^^].


Zurück zum Inhalt, ohne zuviel zu verraten. Wir werden durch diverse Gegenden geschleust und obwohl die Welt sehr offen scheint, folgt man doch immer recht linear einem bestimmten Weg. Es werden fleissig Beweise gesammelt, einem „Maulwurf“ hinterhergeschnüffelt und diesen auch tatsächlich enttarnt, nur um selbst im Gefägnis zu landen und später mit Rachegedanken wiedergekehrt. Gelegentlich hahnebüchend erzählt, aber doch immer interessant genug, um den Spieler bei Laune zu halten und so ist man bis zum überraschenden Schluß auf jeden Fall gut unterhalten worden! Ein sehr cooles Gimmick sind übrigens die kurzen Wiederholungen und Vorschauen, wie in einer Serie eben :), wenn ein Spielstand geladen wird, wird kurz zusammengefasst, was zuvor passierte, dito beim Verlassen des Spiels: „demnächst bei Hardline…“^^!
Man muss immer auch bedenken, woher das Spiel kommt 🙂 …die Battlefield-Solo-Missionen waren nie soooo berühmt und dafür leistet das Spiel mit einem recht artfremden Szenario doch gute Arbeit!


Die Schauplätze des Handlungsrahmens sind dabei schön anzuschauen und recht abwechlungsreich, die Gegner dagegen nicht immer, ähneln sich diese doch klischeehaft eher häufig. Die KI ist i.O., doch durch die schnelle Heilautomatik, den Scanner-Möglichkeiten und der guten Minimap, die auch die Blickrichtung der Bösen anzeigt, ballert und schleicht’s sich oft eher leicht. Dies stört aber das allgemeine Vorankommen nicht sehr in Form von Langeweile oder Monotonie, man empfindet es fast eher als angenehm, weil so die durchaus aparten Action-Szenen schneller abgehandelt sein können, wenn die meist eher langen Zwischensequenzen sich dann anschliessen.

So kann man also durchweg sagen, Grafik und Atmosphäre sind gelungen, die Steuerung in Ordnung, der Soundtrack abwechslungsreich, die Sprache gewöhnungsbedürftig abgemischt (unterschiedliche Lautstärken), KI und Umgebungszerstörungsgrad angemessen und der Gesamteindruck schliesst den Kreis, der oben schon erwähnten TV-Serien-Ähnlichkeit. „Battlefield Hardline“ ist kein Überflieger, aber ein solides Spiel und macht Spaß!


Der Multiplayer-Part, schon immer das Steckenpferd der Serie, ist dazu im Großen und Ganzen bekannt gelungen. Es wird nichts wirklich besser gemacht, als in den vorherigen Teilen, aber auch nichts wirklich schlechter. Die eine oder andere Karte – 9 an der Zahl in unterschiedlichen Größen – könnte etwas ausgewogener sein, aber da wird es sowieso (weitere) DLCs geben. Die diversen Spielmodi machen Laune und die Teamhatz ebenfalls Gaudi, wenn sich die Spieler zumindest ein wenig kennen. Bei puren Zufallsbekanntschaften wird es i.d.R. eher auf Mehrspieler-Solo-Runden hinauslaufen^^. Wie im Solospiel, gibt es hier auch eine enorme Ausrüstungsvielfalt, die allein schon für genügend Motivation sorgt, immer wieder eine Runde zu spielen.

 
Wertung:
Spielspaß: 4 von 6 Punkten.

Daten:
PC
Origin benötigt
USK 18

 

Screenshots:

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