Review – „This War of Mine (PC)“

Ein nahegehendes Abenteuer der Wirklichkeit.
Dramatisch, realistisch, augenöffnend.
Ein Überlebenskampf, wie er auch heute noch immer vielerorts praktiziert werden muss. „This War of Mine“ stellt genau diese Situation nach, in der sich viele Kriegsopfer, Zivilisten und Flüchtende befinden. Aktueller denn je will dieses Spielprojekt darauf aufmerksam machen und transportiert das Geschehen in einer düsteren Atmosphäre auf den Monitor.

Wir beginnen die Geschichte mit drei Überlebenden, die sich zusammengefunden haben und versuchen der unfassbaren Lage Herr zu werden. Sie hausen in einer Ruine und klauben alles zusammen, was sich irgendwie noch weiterverwerten läßt. Holzdielen und -bretter, kaputte Möbel, Nägel, Klebebänder, verbogenes Metall, Bioabfälle, alte Verbandskästen, Kräuter, Ersatzteile aller Art werden gesammelt und mit rudimentären Kenntnissen aus der ehemaligen Wirklichkeit zu Gebrauchsgegenstände gebastelt und gezimmert. So ist es eben angenehmer in einem groben Bett zu schlafen, als auf dem brüchigen Steinboden, Abfälle vergangener Tage helfen die paar überlebenden Kräuter zu dügen und zu kultivieren. Und so gelingt es nach und nach etwas mehr Lebensfreundlichkeit in die wackeligen vier Wände zu bringen.

Der immer noch vorherrschende Kriegszustand läßt aber auch andere Überlebende dasselbe versuchen und so kommt es auch zu Begegnungen. Und diese sich nicht immer friedlich, sollte man doch meinen, dass die Menschen sich gegenseitig in der Not helfen würden. Doch wie so oft, gilt auch hier meist das Gesetz des Stärkeren bzw. Listigeren, denn bei nächtlichen Plünderungen kommt vorwärts, wer bedacht vorgeht und lieber Umwege in Kauf nimmt, als brachial die Konfrontation zu suchen.
Dies wird zumindest auch dann bitter nötig, wenn sich die Protagonisten ausserhalb von Hausruinen und Kellern bewegen, denn da lauern immer wieder auch Scharfschützen in den ruinösen Straßenschluchten und so wird schnell das Problem der ewigen Nahrungs- und Medikamentenknappheit vergessen, wenn der Hauch des Todes zu spüren ist, sobald die Kugeln am Ohr vorbeizischen.

Das Spiel wird, in der schon aus vorherigen Titeln bekannten seitlich-scrollenden Darstellung, mit schön detaillierten (wenn thematisch auch grausigen) Grafiken auf mehreren Ebenen gezeigt und läßt das Gesehene bedrückend auf den Spieler wirken.
Die Anti-Helden werden durch Mausklicks bewegt und überall werden mögliche Interaktionen durch Symbole angezeigt, welche auch nur angeklickt werden müssen, um die entsprechende Aktion auszuführen. So lassen sich Türen öffnen und schliessen, Schutthaufen beseitigen und Schränke durchsuchen, Stühle und Betten benutzen, u.v.m.
Mit den vielen gefundenen, ehemals als Schrott empfundenen, Gegenständen können die Überlebenden sich an einer improvisierten Werkbank allerlei Nützliches herstellen. So sind Betten und ein notdürftiger Herd die ersten wichtigen Dinge, die benötigt werden, um sich nach den nächtlichen Wanderungen auszuruhen und vor allem etwas zu essen machen zu können – vieles weiteres folgt, wie Gewehrpatronen, Verbandszeug, pflanzliche Medikamente, u.a.
Dies geschieht ebenfalls durch einfache Mausklicks in einem übersichtlichen Menü, das auch gut anzeigt, welche Mittel vorhanden sind bzw. noch fehlen, um etwas Bestimmtes herzustellen.

Kleinere Rätsel und Planungen gehören auch dazu, wenn man sich durch die kaputte Welt bewegt, um bestimmte Ziele zu erreichen oder anderen Menschen auszuweichen.
Die Steuerung ist insgesamt sehr intuitiv, nur selten muss man am Anfang mal grübeln, wie etwas weitergehen oder weitergemacht werden soll.

Die Grafik ist wie schon erwähnt bekannt und sehr detailliert und passt genau zur Atmosphäre, alles in schwarz-weiß mit gelegentlichen Farbflimmern.
Sound und Musik sind situativ angepasst und untermalen die Stimmung immer passend.

Insgesamt liegt hier spielerisch(!) kein Blockbuster vor, aber inhaltlich ein sehr spannendes und interessantes Thema, das zum Nachdenken anregen soll.
Gerade in der heutigen Situation, wo sich in den Nachrichten genau solche Meldungen horrend stapeln und zugleich der Überfluss in den sogenannten befriedeten Ländern fast ein Problem darstellt, braucht es solche „Wachrüttler“ und warum dann nicht auch mal als Computer-/Videospiel?!

 
Wertung:
Spielspaß: 5 von 6 Punkten.

Daten:
PC
benötigt STEAM
USK 16

Screenshots:

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1 Antwort

  1. Dezember 19, 2018

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