Review – „Lords of the Fallen (PC)“

Das Spiel macht einen fantastischen ersten Eindruck in Sachen Geschichte, Atmosphäre, Grafik und SFX. Die paar klassischen Clippingfehler übersieht der gewöhnte PC-Spieler einfach und stürzt sich gleich ins Abenteuer.
Dies ist auch wörtlich zu nehmen, denn man wird sofort, ohne große Umstände, ins Geschehen geworfen. Der Held kommt mit einem alten, verletzten Mann (Magier?) zusammen in ein halb zerstörtes Kloster, auf der Suche nach dem Einen, der alles retten soll.
Kaum drin, begegnen uns die ersten Gegner, zuerst ein paar tumbe Orc-ähnliche Kämpfer, die recht leicht mit 2-3 Schlägen zu besiegen sind – hierzu stehen uns schnelle und langsame, kräftige Hammerrundumschläge zur Verfügung (wenn der Krieger als Charakter gewählt wurde) – und schliesslich, möchte man den ganzen ersten Abschnitt erkunden und nicht gleich durch die große geschichts-fortsetzende Pforte schreiten (den Schlüssel findet man recht schnell in Nebenräumen), auf den ersten dicken Brocken in kompletter Rüstungsmontur.

Hier beginnt dann auch sogleich, was uns fortan den ersten Abschnitt laufend widerfahren wird. Wir werden besiegt. Und zwar schnell und ohne offenkundige Probleme für unseren Gegner. Nach einigen Versuchen belassen wir den gegnerischen Krieger in seinem Abschnitt und wenden uns der Pforte zu und schreiten hindurch.
Hier taucht dann sogleich der erste echte Boss-Wächter auf, indem er sich aus einem Feuerstrudel selbst heraufbeschwört und uns allein durch seine Optik schon klar macht, ok…der Kampf ist jetzt schon verloren. Und in der Tat, diverse Versuche mit geschickten Ausweichrollen, weglaufen und die drei Start-Heiltränke verbrauchend, gelingt es maximal 50% des gegnerischen Lebens herunterzuhauen, bevor wir nach etlichen Toden frustriert aufgeben.
Ist das Spiel nun ausschliesslich für Konsoleros gedacht, welche mit flinken Fingern und per Scheuklappenblick alles niedermetzeln können oder wurde an der Balance in der falschen Richtung geschraubt, da die Beta-Tester die exakten Abläufe und/oder nötigen Cheats kannten?
Ausser beim ersten Eingangskampf gibt es auch keine weiteren Hinweise zur besseren Steuerung oder einen brauchbaren Aktionismus seitens unseres Helden, obwohl dies von den Entwicklern angekündigt wurde. Dies passiert wohl nur an bestimmten Hotspots, die es zu finden gilt.

Bei all der resignierenden Hektik wird auch versucht den Waffentypen und dem Energiebalken Herr zu werden. Erstere sollen sich unterschiedlich spielen im Kampf (konnte nicht festgestellt werden, aber dazu muss man wohl auch mindestens Level 1 schaffen^^) und zweiteres schrumpft schneller, als man den nächsten Hieb des Gegners abwehren könnte. Beim ersten Boss ist dies dann auch schon relativ egal, da ihn das Hochhalten unseres Schildes eh nicht interessiert und er einfach durchschlägt! Das Fokussieren der Kamera per Tastendruck ist im direkten Nahkampf praktisch, da so der Gegner nie aus den Augen verloren werden kann, aber wenn man mal flüchten will/muss, darf man nicht vergessen, den Fokus wieder zu deaktivieren, sonst rennt man automatisch immer wieder nur gegen den Feind, statt von ihm weg.

Sei es drum, das Spiel sieht nett aus, aber die Motivation ist nach nur 30min. total im Keller. So macht das Spiel, Ersteindruck hin oder her, für den casual gamer auf jeden Fall keinen Spass! Schade drum!

 
Wertung:
Spielspaß: 3 von 6 Punkten.

Daten:
PC
Steam benötigt
USK 16

Screenshots:

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